„AfD-Ficken“: Die Performance von Knife Knightbusch & Lores versteigert im Acker Stadt Palast einen rechten Redner zum Frustabbau ans Publikum.

Kopulation als Konfliktlösung – so wie die Bonobo-Affen soziale Spannungen im Sex entladen, möchten Knife Knightbusch & Lores dem Publikum einen AfD-Redner zum eigenen Frustabbau in einer öffentlichen Auktion anbieten. Die Performance „AfD-Ficken“ eröffnet damit die Reihe behaupten.wagen, die Diskurse zur aktuellen Politik anzetteln will. Auch durch provokante Inszenierungen: Denn wer den Zuschlag erhält, darf auf der Bühne mit dem AfDler alles anstellen; Startgebot: 10 Euro. Ist das Ernst gemeint? Wird überhaupt jemand mitbieten? Und was wird dem Schauspieler am Ende angetan?

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WIR SUCHEN DICH! Wir wünschen uns Verstärkung für Unruhe im Oberrang

Wir suchen Menschen, die sich der Theaterszene Berlins verbunden fühlen und die Lust haben, sich mit kritischen Beiträgen am kollektiv betriebenen Blog Unruhe im Oberrang zu beteiligen. Wir schreiben seit 2012 Theaterkritiken und Essays, machen Vorschauen und Verlosungen, um die freie Szene kritisch zu supporten.

Wir sind ein junges Team mit unterschiedlichen Herangehensweisen ans Theater. Wir treffen uns regelmäßig, besprechen und korrigieren Texte, stehen im Austausch miteinander. Seit unserer Gründung wächst stetig unser Leser_innenkreis, wir werden eingeladen zu Premieren und Gesprächsrunden, arbeiten eng mit Initiativen wie Theaterscoutings zusammen und gehören als unabhängige Stimme inzwischen fest zur Freien Szene Berlins. Wir sind zwar bisher ohne Budget unterwegs, arbeiten aber an Finanzierungsmöglichkeiten.

Wenn Du gern über Theater schreibst, in Berlin lebst und mitmachen möchtest, dann schicke uns doch eine Mail samt Probetext an: deroberrangdrehtdurch@gmail.com. Auch wenn du als theaterinteressierter Mensch uns erst mal im Rahmen eines unserer Treffen kennenlernen möchtest oder dich mit Kenntnissen in Webdesign, Fotografie, Video o.ä. einbringen willst, zögere nicht uns zu schreiben!

Mit besten Grüßen

Unruhe im Oberrang – http://unruheimoberrang.net

Die Verkündigung des Black Panther-Engels: „Die letzte Nacht des Martin Luther King“ in der Vagantenbühne

Martin Luther King liegt lachend auf dem Hotelbett und auf dem Zimmermädchen. Es ist der Höhepunkt einer ellenlangen Flirtnummer mit vielsagenden Angeboten, verschämten Komplimenten, mit Augenaufschlag und Mundwinkelspiel. Tino Führer in der Rolle des Stars der Bürgerrechtsbewegung und Vanessa Rottenburg als geheimnisvolles Black Panther-Zimmermädchen umturteln sich, umkreisen unzählige Male das große Bett in der Mitte der Bühne, schmachten sich Blicke über die Schulter zu. Ihr Streit über den politischen Kampf der Schwarzen in den USA bleibt in der Inszenierung von Andreas Schmidt stets eingebettet ins Flirt-Narrativ der jungen, charmanten Darsteller_innen, die das durchschnittlich ältere Publikum zu verliebtem Dauerlächeln verführen.

Als der Höhepunkt erreicht ist, sie schließlich auf dem Bett landen, nimmt das Stück – ich atme erleichtert auf – eine überraschende Wendung. Weiterlesen

Afrodeutscher Patriotismus? – „Schwarz gemacht“ im English Theatre

an english version of the article will be added

Klaus liegt leblos am Boden unter Zeitungen begraben, bis zum Kopf zugedeckt. Stapel von Zeitungspropaganda stützen den Bühnengrund, der gefährliche Schieflage hat. Wir befinden uns im Jahr 1938 in Nazi-Deutschland.

Die Zeitungen sind Klaus‘ Verhängnis. Zum Einen bezieht er aus Zeitungen den Stolz, Deutscher zu sein. Zum Anderen führen sie ihn in die irre, lassen ihn Nazi-Propaganda nachplappern und glauben, ihn betreffe der rassistische deutsche Terror nicht. Das Aberkennen jeglicher Bürgerrechte? Die Sterilisationen? Die Deportation in Konzentrationslager? Das betreffe alles nur Juden, Sinti und „Rheinlandbastarde“ – aber nicht ihn, als Schwarzen Deutschen. Trotz Demütigung und Diskriminierung hofft er, Karriere in Nazi-Kolonialfilmen in der Rolle als tapferer Askari machen zu können. Weiterlesen

LINK: Theaterscoutings im April und Mai: Publikumsgespräche und Spielstättentouren durch alle Berliner Bezirke

Es werden immer mehr: Theater der Freien Szene, die Theaterscoutings und damit allen interessierten Besucher_innen die Türen öffnen. Das heißt: Publikumsgespräche und Stückeinführungen anbieten oder im Rahmen von Führungen Blicke hinter die Kulissen gewähren.

Das begrüßen wir! Schließlich stellt die durch unseren Partner Theaterscoutings initiierte Theatervemittlung eine Erweiterung der Kommunikation mit den Publika dar, die natürlich nicht Kritik, wie wir sie versuchen, ersetzen kann.

Die Sophiensäle sind dabei, aber auch das TiK in Friedrichshain

Theaterscoutings lädt in den nächsten Wochen z.B. zur Nachbesprechung von „Schwarz gemacht“ oder zum Weiterlesen

Doppelte Einlasskontrollen für effektivere Kulturinstitutionen?

Azubis, HarztIVler, Studierende u.a. kennen das Problem: Es ist nervig, wenn man mit Bekannten ins Theater möchte und eine_r die ermäßigten Karten für alle abholt. An der Kasse müssen alle Ermäßigungen vorgelegt werden, um die Karten zu bekommen. Also muss man sich vorher getroffen haben, damit eine Person alle Ermäßigungen einsammelt und während die Person die Karten holt, können die anderen nicht die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. Deswegen macht man sich Kopien, die argwöhnisch beäugt oder nicht akzeptiert werden.

Im Deutschen Theater werden nun – wie vor ein paar Tagen erlebt – direkt am Einlass die Ermäßigungen mit den Eintrittskarten kontrolliert Weiterlesen

VORSCHAU: Was tut sich im Februar?

Februar in Berlin heißt für viele gerade Kino: Auf Berlinale-Parties tummeln sich mehr oder weniger wichtige Promis und feiern sich selbst. Und unzählig viel mehr Schauspieler_innen heften sich ein Badge vor die Brust, setzen ein klirrendes Lächeln auf, halten sich an Sektgläsern fest und bemühen sich, den Promis in den Arsch zu kriechen.

Wer darauf keine Lust hat, kann z.B. ins Theater gehen, in die Freie Szene. Da macht man so ähnliche Sachen, aber es wird eher Bier dabei getrunken.

1. Im Ballhaus Naunynstraße bringt die Akademie der Autodidakten DECOLONIZE BODIES! MINDS! PERCEPTIONS! auf die Bühne. Seit Herbst 2014 haben 12 junge Performer_innen unter der Leitung von Janine Jembere sich mit Rassismus Weiterlesen

Viel Werkstatt, wenig Musical – „Libretto“ im Theaterdiscounter

Die Zuschauer_innen betreten den Aufführungsraum des Theaterdiscounters, der immer etwas von Parkhauskeller hat, durch eine Schneise von grinsenden Wachsfiguren: Die fünf Darsteller_innen und zwölf mitwirkenden Laien von „Libretto – hommage total ans musical harren in eingefrorener, pathetischer Begrüßungspose aus, bis alle auf ihren Plätzen sind. Darauf folgt eine Massenchoreographie, die auch Teil einer Herbert Fritsch-Nummer oder eines Walt Disneys-Cartoons sein könnte (oder halt eines Musicals, ich kenn mich da nicht so aus) mit weit ausgestreckten Armen, mit gekünsteltem Lächeln und Winken zur schnulzig-beschwingten Klaviermusik des amerikanischen Musical-Profis David Morrow.

In diesen gemeinsamen Bewegungen aller Akteur_innen nähert sich die Musical-Studie von Paula Rosolen dem Reiz des Musicals, der großen Show, der abgeschlossenen Form am ehesten an. Weiterlesen