VORSCHAU: Was geht? (im Oktober)

Hey, hör mal zu: Hier gehts um einige der unzähligen Premieren im Oktober. Und weil blabla (Grund) gehen wir am dann und dann (Datum) vielleicht zu diesem und jenem (Stück) ins XY (Theater) (auch dann). Denn: „Zitat“.

Klar? Eben. Also…

Weil diese „Nahaufnahme“ dem Thikwa-Urgestein Torsten Holzapfel auf den Pelz rückt, latschen wir am 1. Oktober allenfalls auf den Prenzlberg zu Subway to Heaven im Theater Thikwa (auch 2.-4.10./5.-8.11.). Denn: „Eine Kindheit in der Besenkammer … Da empfinde ich jetzt aber kein Mitleid!“
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Weil der Jan Koslowski in „Les experts de l’internet“ gut war, steigen wir am 2. Oktober noch ein bisschen weiter gen Osten zu #11 Société des amis. Tindermatch im Oderbruch ins Ballhaus Ost (auch 4./5.10.). Denn: „Welche Bedeutung hat Freundschaft heute? Geht es darum, Kategorien zu finden, die meine Freunde von anderen abgrenzen oder Freundschaft als gesellschaftliches Prinzip verteidigen? Und: Warum haben eigentlich Onkel Quentin und Tante Fanny keine Freunde?“
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Weil this Stück results in grotesque hybrids of human being, stage character and film character we might also visit The Emigrants in the English Theatre Weiterlesen

Der Mai – eine kleine VOR- und große LEISTUNGSSCHAU

Wenn in der Schaperstraße die Kastanien blühen und im Garten des Hauses der Berliner Festspiele zuverlässig die größten Brillen die Gesichter verschaufenstern, wenn buntquellende Stecktücher die Herren- und kaum Tücher überhaupt die Damenbrust zieren und volle Weizengläser beim Anstoßen mehr „ploink“ als „pling“ machen, dann darf man wieder beruhigt feststellen: Der Mai ist da und mit ihm zieht es wie in jedem Jahr die Elite des deutschsprachigen Theaters nach Berlin wie die Fussel in den Bauchnabel. Das Theatertreffen ist toll – es ist die allergrößte, -schönste und -beste „Leistungsschau“, die es überhaupt gibt. So angelockt kommen sie alle und blickten in den vergangenen Jahren mit Kennermiene und umgetrieben von der beklemmenden Frage nach der Leistungsfähigkeit unserer guten, stehenden Schaubühnen auch schon auf die Darm- und Blasentätigkeit eines norwegischen Allmachtsphantasten (große Leistung!), den letzten Gruß eines bitter Vermissten (traurig-schöne Leistung!) oder auch einfach mal auf eine gut fünfstündige, halbszenische Lesung (Niemand-weiß-warum-das-eingeladen-wird-ist-aber-trotzdem-super-Leistung!).

Wem nach soviel Hochleistung die Glieder und Lider schmerzen, kann abseits des feinen Schaperstraßen-Kiez‘ und seiner Wilmersdorfer Witwen Linderung finden: In Berlin ist schließlich jeden Monat Theater, auch ohne dass man sich und alles und jeden dort treffen müsste. Das bringt im Vergleich mit dem „main act“ dieses Wonnemonats seine ganz eigenen Vorteile mit sich: Man bekommt in der Regel tatsächlich einfach so mal Karten, sitzt meistens nicht ganz so lange auf dem eigenen Hintern und – so hat man uns versichert – die Vorstellungen finden sogar statt! Also raus aus dem Taxi und rein in die rote U-Bahn-Linie; Unruhe im Oberrang führt mit einer Alternativauswahl küsschen- und proseccofrei durch den Mai. Weiterlesen

Mein Enkel geht morgen in den Discounter!

Morgen ist Karsamstag. Tag der Christi Höllenfahrt. Jesus flog gleich in der Nacht nach seiner Kreuzigung runter in den Limbus, den Schoß Abrahams. In einer Rakete. Hier, am Rand der Hölle, befreite er alle Seelen, die ohne eigenes Verschulden (!) nicht in den Himmel durften. Die Seelen der Gerechten.
Schöne
 Geschichte. Aber: reine Spekulation! Resultat von Dogmen! Weder Teil der kirchlichen Lehre noch des hier angekündigten Theaterstücks! Außer der Rakete. Und dem Datum natürlich. Ostern sells! Weiterlesen

VORSCHAU: Die Anlageberatung für den April

Ja, die Krise. Das Wort mag so wund benutzt sein, dass ihm schon die Buchstaben abfallen, es ernähren sich davon doch ganze Sparten des Bruttosozialprodukts. Sind Sie Berater im Finanzministerium, AfD-Kassenwart oder Mittelklassenseelenklempner mit Expansionswünschen, dann ist Ihnen das bekannt. Sonnenstrahlen im Frühling sind da immer potenziell geschäftsschädigend. Was denn tun, wenn es wieder allen gut geht? Ach und wie würden sie jammern, all die Coaches, wenn ALLE nun plötzlich ins Theater laufen würden, um sich all die politisch und gesellschaftlich inspirierten Stücke und Performances anzuschauen, die auch diesen April auf den „kleinen“ Berliner Bühnen Premiere feiern werden! Für uns zumindest ist ein zweistelliges Celcius keine Ausrede. Weiterlesen

VORSCHAU: Was geht im Februar?

Wir gehen vielleicht… weil… (Grund) / am… (Datum) / zu… (Stück) / ins… (Theater XY). / (+Zitat)

  • weil sich das gehässige Tagebuch des Philostratos hervorragend für einen Monolog eignet zum Hundertsten von Arno Schmidt am 6. Februar zu Enthymesis in die Brotfabrik (auch 7.-9.2.).

„Ist der frühe Prosatext von Arno Schmidt eine Geschichte über Weltflucht oder eine Hommage an Literatur und menschliche Phantasie?“

VORSCHAU: Was läuft im Dezember?

Den Monatsanfang bemerkt man meist durch die fällige Miete. Und durch die Monatsvorschau von Unruhe im Oberrang. Dass auch Theater Miete zahlen und deswegen (gerade die kleinsten) durch Gentrifizierung bedroht sind, war u.a. Thema der letzten tip-Ausgabe mit einem lesenwerten Artikel von Peter Laudenbach. Allerdings: Die hier formulierten Lösungsansätze haben nicht mehr viel mit den kleinen Theatern zu tun und um Gentrifizierung geht’s am Ende sowieso nicht mehr. Wir gehen derweil ins Theater, ob sie schon als Standortfaktor gelten oder nicht.  Aus der Aufführungsvielfalt der kleinen Berliner Bühnen haben wir – ganz skrupellos – für den Dezember eine Handvoll Premieren herausgeklaubt. Wie immer gilt: Hingehen auf eigene Gefahr, es können gute Stücke darunter sein! Weiterlesen

Der Schmerz und das bekiffte Plenum: „Zeig doch mal positiv, wie du mit Schmerz umgehst“ im Theaterdiscounter

Wie mit dem Schmerz umgehen? Wie dem diffusen Unbehagen eine Form geben, der Unbehaustheit oder der Ahnung, dass mein Leben auf etwas angewiesen ist, über das ich keine Verfügung habe? Wie mit der Dürftigkeit dessen, was mich in meinem Alltag umgibt? Und weil ja alle depressiv oder prä- oder post-depressiv sind, auch kollektiv gesprochen: Wie können wir füreinander einen Schmerz so durchspielen, dass er eine Form annimmt, in der wir Gemeinsames vorfinden? Was ist die dem Leiden eigene Schärfe des Blicks, die zutage fördert, was auch gültig bleibt, wenn wir wieder sicher ins Normale eingelassen sind? Und in welcher Form kann der Ausdruck von Schmerz zwischen uns mehr sein, als Anlass für mitleidende Bevormundung oder schlichte Peinlichkeit – vielleicht stattdessen eine Art von Euphorie, die wir gebrauchen können, um das abzuschaffen, worunter wir leiden? Wie können wir füreinander sorgen?

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