VORSCHAU: Das bringt der März!

Der Frühlingsanfang naht, so heißt es. Zu spüren ist davon momentan eher wenig. Für alle, die durch das Grau in Grau schon ganz träge geworden sind: ab ins Theater!
Der März bietet jede Menge Denkanstöße, Beteiligung, ja nahezu revolutionären Input!

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Die Geschichte wird zur Farce – „Le Capital et son Signe“ von der Gruppe d’ores et déjà im HAU

Von Gesche Beyer

 

„Was? Man stiehlt mir die Hälfte meines Lebens und die restliche Zeit bin ich eine Flasche?!“
Entrüstet springt Firmin, ein junger, bebrillter Mann mit rundem Gesicht und schläfrigen Augen auf und greift sich das in der Ecke stehende Gewehr.
„Zeigt mir den schnellsten Weg zur Nationalversammlung!“, brüllt er, überschäumend vor Wut und grimmiger Entschlossenheit. Im Publikum wird kreischend gelacht.

Zuvor hatte Firmin (ähnlich dem Publikum) lethargisch da gesessen und das hitzige Wortgefecht seiner Tischgenossen stumm verfolgt, mit offen stehendem Mund sein Unverständnis bekundend. Als „gemäßigter Republikaner“ hatte er sich eingangs vorgestellt. Dann war ihm von seinem Sitznachbarn unter Zuhilfenahme einer leeren Rotweinflasche die Marxsche Bestimmung des relativen Mehrwerts erklärt worden.

Wir schreiben den 13. Mai 1848 Weiterlesen

Von Revolution, Kunst und Geflügel – „Große Vögel, kleine Vögel“ im Ballhaus Ost

Sein Bart ist längst nicht so schön buschig und weichkantig wie der des Originals. Beim Karl-Marx-Doppelgänger, der gegen Ende dieses Abends als Videoprojektion erscheint, wirkt das Haar eher wie mit der Heckenschere gestutzt, zerzaust und in Zacken abstehend. Ein ordentlich abgerockter Theorie-Saurier ist das und seine etwas fahrig dahingesprochenen Sätze klingen wie müde Durchhalteparolen aus der Eckkneipe: Der Sozialismus habe zwar versagt, aber der Kapitalismus sei doch längst genauso am Ende. Zweifelhafte Hoffnung auf Besserung wird beschworen, denn „nur zwölf Stunden hat die Nacht, danach kommt schon der Tag.“ Dass dieser Rechnung zufolge dem Licht ebenfalls nur zwölf magere Stunden beschieden sind, bevor die Dunkelheit es verlässlich wieder einholt, bleibt dabei ungesagt, aber unüberhörbar im Raum stehen. Weiterlesen