VORSCHAU: Die Anlageberatung für den April

Ja, die Krise. Das Wort mag so wund benutzt sein, dass ihm schon die Buchstaben abfallen, es ernähren sich davon doch ganze Sparten des Bruttosozialprodukts. Sind Sie Berater im Finanzministerium, AfD-Kassenwart oder Mittelklassenseelenklempner mit Expansionswünschen, dann ist Ihnen das bekannt. Sonnenstrahlen im Frühling sind da immer potenziell geschäftsschädigend. Was denn tun, wenn es wieder allen gut geht? Ach und wie würden sie jammern, all die Coaches, wenn ALLE nun plötzlich ins Theater laufen würden, um sich all die politisch und gesellschaftlich inspirierten Stücke und Performances anzuschauen, die auch diesen April auf den „kleinen“ Berliner Bühnen Premiere feiern werden! Für uns zumindest ist ein zweistelliges Celcius keine Ausrede. Weiterlesen

Rixdorfer Posse: „Zum feuchten Eck an der Sonnenallee“ im Heimathafen

Besonders in Bezug auf Neukölln bringt die Debatte um Gentrifizierung ununterbrochen verschiedene Phobien hervor. Gleichzeitig entstehen ungewöhnliche Formen der Solidarisierung und Identifikation: Spanier werden geschmäht, aber Portugiesen sind willkommen, Hip Hop ist Teil der Bezirks-Kultur, Jutesäcke Zeichen feindlicher Übernahme und die Eckkneipe wird Symbol einer vergangenen, goldenen Zeit – so oder so ähnlich tönen z.B. seit längerem Beiträge auf dem Internet-Sender “Freies Neukölln”. Und auch bei der jüngsten Uraufführung von “Zum feuchten Eck in der Sonnenallee” im Heimathafen in der Karl- Marx-Straße geht es vor allem um Identitätsstiftung und Gemeinschaftsgefühl, aber auch ganz nebenbei die Umdeutung des  (schlechten) Rufs von Neukölln.

In der aufgedrehten Musical-Komödie sieht man ein Neukölln des solidarischen weiblichen Proletariats, wobei das schablonenartige Verbraten der Protagonistinnen (die renitente Kneipière, die lüsterne Prostitu­ierte und die naive Putzfrau) an Schlüpfrigkeit kaum zu überbieten ist, wie schon der Titel erahnen lässt. Weiterlesen