Wer sorgt heute für’s Theater? – Besuch aus Rom im Studio Я des Gorki Theaters

Im Italienischen hat das Wort occupare eine schöne Mehrfachbedeutung. Neben besetzen meint es auch Sorge für etwas tragen, für etwas sorgen. Für das Teatro Valle, das älteste noch intakte Theater Roms (Baujahr: 1726), hat zwischen Sommer 2011 und Sommer 2014 eine Gruppe von Aktivist*innen, Künstler*innen und anderen Denker*innen gesorgt.

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Angst vorm Spiegelbild? „Ich rufe meine Brüder“ im Ballhaus Naunynstraße

Es ist der Tag nach dem Selbstmordanschlag in Stockholm 2010, der jetzt überall im Fernsehen besprochen wird. Amor (Jerry Hoffmann) streift von Paranoia getrieben durch die Stadt, sein Handy in der einen, sein Messer in der anderen Tasche. Von Telefonaten und Erinnerungen heimgesucht ruft er seine „Brüder“ an. Aber wer ist tatsächlich ein Bruder? Was passiert, wenn die Paranoia sich nach innen wendet? Weiterlesen

VORSCHAU: Was geht im Januar?

Eine Vorschau für den ersten Monat des Jahres zu schreiben, kommt einem Hindernisparcours gleich, allenthalben muss ausgelutschten Formeln à la Neubeginn, guten Vorsätzen und Jahresbilanzen ausgewichen werden. Dabei spricht eigentlich nichts dagegen, sich der Übermacht des gregorianischen Kalenders einfach trotzig zu widersetzen, das Theaterjahr folgt seinen eigenen Gesetzen! Der Beginn des Theaterjahres wird von jeder Bühne fröhlich anarchisch selbst bestimmt, ganz ohne Bürgerkriegsaudiokulisse. In diesem Sinne: Schmeißt die Klumpen Blei und Glückskekse aus dem Fenster! Frohe 2- 3 ½ monatige Spielzeit! Weiterlesen

Schutzraum? Und wenn ja, wie viele? „Schwarz tragen“ im Ballhaus Naunynstraße

„Ich spiele jetzt in so einem Film mit!“ berichtet Joy euphorisch am Küchentisch. Der dauere zwar nur fünf Minuten, aber sie habe sogar Text: „Hilfe! Hilfe!“und „Ich liebe dieses Land!“. Sie solle eine Asylbewerberin spielen. Sie lacht und fragt in die Runde: „Wie kann man das Land lieben, wenn man es gar nicht kennt?“ Nach dem teils gefälligen, teils bitteren Theater-Abend im Ballhaus Naunynstraße , an dem Alltagsrassismus beim Frühstück besprochen wird, lässt sich diese Frage in verschiedene Richtungen wenden, auch in diese: Wie kann man als weiße_r Deutsche_r Berlin lieben, wenn man es gar nicht kennt?

…zumindest nicht aus der Perspektive der Schwarzen WG aus Elisabeth Blonzens „Schwarz tragen“ in der Inszenierung der Filmemacherin Branwen Okpako kennt. Weiterlesen