Von Revolution, Kunst und Geflügel – „Große Vögel, kleine Vögel“ im Ballhaus Ost

Sein Bart ist längst nicht so schön buschig und weichkantig wie der des Originals. Beim Karl-Marx-Doppelgänger, der gegen Ende dieses Abends als Videoprojektion erscheint, wirkt das Haar eher wie mit der Heckenschere gestutzt, zerzaust und in Zacken abstehend. Ein ordentlich abgerockter Theorie-Saurier ist das und seine etwas fahrig dahingesprochenen Sätze klingen wie müde Durchhalteparolen aus der Eckkneipe: Der Sozialismus habe zwar versagt, aber der Kapitalismus sei doch längst genauso am Ende. Zweifelhafte Hoffnung auf Besserung wird beschworen, denn „nur zwölf Stunden hat die Nacht, danach kommt schon der Tag.“ Dass dieser Rechnung zufolge dem Licht ebenfalls nur zwölf magere Stunden beschieden sind, bevor die Dunkelheit es verlässlich wieder einholt, bleibt dabei ungesagt, aber unüberhörbar im Raum stehen. Weiterlesen

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