Das geopferte Opfer: „Sacré Sacre du Printemps“ im HAU1

Das erste Tanzstück mit dem das HAU in seine neue Saison startet, profitiert davon, dass bei einer Tanzaufführung sich niemand über den Titel beschwert. Dieser könnte sonst schon fast abschreckend wirken – zu gewollt ist der Wortwitz mit seiner bedeutungsschwangeren Dopplung. Ob das geopferte Opfer mehr als eine Tautologie darstellt, kann aber wohl erst nach der Vorführung entschieden werden. Zu gewollt wirkt auch die Brücke zu Lacan, die in den im Programmheft abgedruckten Briefzitaten des Choreographen nur allzu gerne geschlagen wird. Diese kontemporäre Musealisierung des intellektuellen Schöpfergenies, die den Zuschauern schon gleich die Theorieversatzstücke liefert, mit denen sie sich für den Bohème smalltalk rüsten können, trägt weiter zu einer leichten Voreingenommenheit bei. Weiterlesen

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