Eine multimediale Lesung, bei der viel herumgelaufen wird: Büchners „Lenz“ in der Theaterkapelle

Lenz geht ins Gebirg, die Natur und sein Geisteszustand zerfließen im Wahnsinn. Nachdem er Halt sucht in familiärer Alltäglichkeit beim Pfarrer Oberlin, sich vorübergehend sammelt in Gesprächen über Kunst, kurze Erlösung im Masochismus findet, verliert er gänzlich seine Handlungsfähigkeit und wird in die Stadt zurück gebracht. „So lebte er hin“ endet die Erzählung Georg Büchners, die zu inszenieren eine Herausforderung darstellt. Und das gerade wegen ihrer überwältigenden sprachlichen Plastizität, ihrer Konsequenz in der Erkundung psychotischer Erfahrungswelten, die selbst eine Grenzüberschreitung vollzieht. Die Performance des „forum fragile“ in der Theaterkapelle, kommt aber gar nicht dazu, am Text zu scheitern. Sie scheitert am Grundlegenden und an ihrer Unentschlossenheit.

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