Foreign Affairs (III) – Über erlebte und ferngesehene Traumata in Ullerup Schmidts „Schützen“ und Ómarsdóttir „We saw Monsters“

Wie eine Tigerin schleicht die dänische Performancekünstlerin und Choreografin Cecilie Ullerup Schmidt  auf zwei Beinen durch den Hochzeitssaal der Sophiensaele. Ganz in Weiß gekleidet gleicht sie mit ihren blonden Haaren und strahlender Aura einem Engel, der uns mit sanfter Stimme begrüßt und auf freundlich einschmeichelnde Art einführt in den ersten Teil ihres Langzeitprojekts Schützen.  Die dreiaktige Struktur legt sie uns offen dar, als wolle sie uns vor dem grausamen Alltag des Kriegsgeschehens schützen . Was sie erzählt, soll hier hinten angestellt werden, denn viel dringlicher ist das Wie, welches auf sonderbare Weise erst eine Reflexion zulässt und somit in ihrer Wirkung jegliche mediale Berichterstattung über militärische Ausbildungsmethoden, Drohnenangriffe und traumatisierte Soldaten überdauert. Eine Zeitung wird weggelegt, ein Fernseher ausgeschaltet und die Erinnerung verliert das Interesse am Sich-Erinnern. Ullerup Schmidt schleicht sich in unsere Köpfe ein und kurz bevor wir sie wahrnehmen, sind wir ihr auch schon erlegen. Weiterlesen