Eine Frage des Schätzens: „Zusammenstoß“ im Ballhaus Ost

Man mag es als ungerecht empfinden, eine Aufführung auf ihren Entstehungsgrund zu befragen, nur weil das realisierte Stück der klassischen Avantgarde zuzurechnen ist. In Anbetracht der weitgehend konventionellen Spielpläne der großen Theater kommen schließlich auch wenige auf die Idee, der verwendeten Literatur ihre Geschichtlichkeit zum Vorwurf zu machen – dabei wäre sie vielleicht manchen Fällen angebracht. Auf der anderen Seite provoziert natürlich der Name Kurt Schwitters die Assoziation mit der schon lange mythologisierten Revolution in der Berliner Kunst der Zwischenkriegszeit, das sich gerade im Falle DADA den Widerstand gegen jeglichen Kanon, gegen überhistorische Geltungs- und Sinnansprüche im Allgemeinen auf die Fahnen geschrieben hatte.

Auf den ersten Blick legitimiert und beantwortet sich die Frage also von selbst: die Avantgarde lässt sich nicht wiederholen. Weiterlesen