JULI-VORSCHAU: Wir haben für euch die Wüste durchkämmt.

Im Juli ist ja nicht gerade viel los. Drum haben wir mal intensiv die unzähligen Häuser und Zimmer durchkämmt. Vielleicht ist ja das eine oder andere für euch dabei. Weiterlesen

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Wilmersdorf! Und Kreuzberg, Neukölln, Mitte, Prenzlauer Berg und Schöneweide! Unsere Mai-VORSCHAU zeichnet ein Berliner Theater-Streckennetz.

Der Mai ist für die deutschsprachige Theaterlandschaft, was der Dezember für die Dienstleistenden der Weihnachtsmarktbranche ist: Man trifft sich, man misst sich, man tauscht sich aus. Dies geschieht vor allem im tiefen Westen der Stadt, beim Theatertreffen der Berliner Festspiele. Unser Autor Janis El-Bira berichtet als rasender Reporter des Theatertreffen-Blogs übrigens live über die Geschehnisse desselben.

Abgesehen von diesem Tête-à-Tête der Großen – oder der vermeintlich Großen – des Theaters haben wir einige Produktionen aufgetan, die es attraktiv machen, diesen Monat nicht dauernd in die U-Bahn zur Spichernstraße, zum Haus der Berliner Festspiele, zu steigen, sondern eben auch mal in die U8, die U2, die U6 oder die U7.  Weiterlesen

Dank (N)Olympia: Berliner Senat stellt Milliarden für Freie Szene bereit! Unsere VORSCHAU sagt, was die Beglückten im April zeigen

Eigentlich ganz schön unrühmlich hatte Berlin sich auf den letzten Metern vom März, diesem Zaudermonat zwischen Eishölle und zartem Frühlingsknospen, verabschiedet. Nicht nur, dass der gut gemeinte Vorschlag, Frank Castorf, den König Lear unter den Intendaten, einfach bis zum letzten Atemzug in der Volksbühne anzuschmieden, seit gestern eine enttäuschende Antwort erfahren hat. Es hat auch, rund 30 Tage nach dem wie zum Hohn so benannten „meteorologischen Frühlingsanfang“, neulich plötzlich wieder ganz humorlos geschneit. Als sei himmlisches Übersprungsverhalten dieser Art nicht allein schon finster genug, fehlt uns seit vergangenem Wochenende auch noche ein volle Stunde Zeit. Gut, das mag allen so gehen, aber natürlich tut es in Berlin, wo damit vor allem wertvolles Nichtstun erodiert wird, unverhältnismäßig viel mehr weh als andernorts. Außer vielleicht in, genau, Hamburg. Denn dort hat man ja nun einen ganzen Berg Arbeit innerhalb eines straffen Zeitrahmens vor sich – ein Kelch, der an Berlin glücklich vorübergegangen ist. Weiterlesen

VORSCHAU: Was erreicht der März?

Der Berliner Märzanfang wurde mit großem Hall durchs 100 Grad-Festival eingeleitet. Ehrgeizige Projekte, das war schon dem Programm abzulesen – und tatsächlich war das Festival der Freien Szene (in der Form zum letzten Mal?) ein Knaller. Das hat uns so die Sprache verschlagen, dass wir uns für die März-Vorschau gleich bis zur Monatsmitte Zeit gelassen haben. Nachlesen, was los war beim 100 Grad, lässt sich dafür auf dem 100 Wort-Blog. Das Beste: Die Gewinner-Inszenierungen der einzelnen Spielstätten werden ab April alle nochmal zu sehen sein. Los geht’s im Hau am 30.3.

Aber der Reihe nach durch die zweite Märzhälfte: Die Gefangenen der JVA Tegel melden sich ab dem 16.3. wieder zu Wort. „Klassenfeind“, ein Drama aus den 70er vom Briten Nigel Williams, bündelt die Wut der ausgegrenzter Jugendlicher in einem Klassenzimmer. Dass die Akteur_innen des Gefängnistheater Aufbruch dazu etwas zu sagen haben, steht außer Zweifel. Ob die Inszenierung eine stimmige Form findet, lässt sich beim Besuch im Knast erfahren. Achtung: Karten 5 Tage vorher reservieren!

Das Ballhaus Naunynstraße hat ein dichtes Programm. In den letzten Monaten kamen dabei aber die vom Haus entwickelten, grundsoliden Theateraufführungen zu kurz, könnte man meinen. Das ändert sich mit „Tableau“ am 18.3. Das „bitterböse Familienportrait dreier Frauengenerationen“, uraufgeführt im Januar, jetzt wieder mehrmals hintereinander zu sehen, ist die erste Produktion der jungen Autorin Reihaneh Youzbashi Dizaji am Ballhaus Naunynstraße.

Vor Kurzem haben wir von einem Theaterabend berichtet, an dem Geld verschenkt wurde. Diesmal geht’s in der Brotfabrik ums Geld. Für „geld: komplex“ haben die Künstler_innen von syn:format Berliner_innen befragt. In einem musikalisch-theatralen Experiment soll das liebe Geld nun personifiziert und zur Rede gestellt werden. Geldkritik ist ja noch keine Kapitalismuskritik, aber wer weiß: Vielleicht hält die Brotfabrik mit „geld:komplex“ am 19.3. neben Unterhaltung auch ein paar Erkenntnisse bereit.

In seiner eigenen schrullig-experimentellen Art nimmt der Theaterdiscounter das 130jährige Jubiläum der Kongokonferenz zum Anlass, mit „KoNGOland“ die verlogene weiße Charity-Selbstinszenierung gegenüber dem afrikanischen Kontinent anzugreifen – mit bösem Humor, so verspricht’s das Programm, und hoffentlich mit genug dekolonialem Background. Ab dem 26.3. in der Klosterstraße: KoNGOland.

Bereits das vierte Stück inszeniert Jan Meyer im TiK Süd. Am 27.3. fordern fünf Performerinnen den frisch erschienen Fragmenttext „Schaum“ von G.A.Beckmann heraus, bis zur Grenze der Sprache.

Woran erkennt man einen Juden? fragen die 3. und 4. Studiengänge der HfS Ernst Busch am 31.3. im BAT. Das Foto zum Stück zeigt eine Einhorn-Maske, die die antisemitische Erfindung der jüdischen Nase persifliert. Mit Texten von Max Nordau u.a. nähert sich die Inszenierung aber noch von einer anderen Seite dem Thema Antisemitismus und jüdische Identität an, nämlich vom jüdischen Ideal des Muskeljuden im Zusammenhang der Lebensreformbewegung um die Jahrhundertwende.

Bild: Die Zeit. Das Foto zeigt das Lichtschulheim Lüneburger Land  (Apropos Lebensreform…) .

VORSCHAU: Was tut sich im Februar?

Februar in Berlin heißt für viele gerade Kino: Auf Berlinale-Parties tummeln sich mehr oder weniger wichtige Promis und feiern sich selbst. Und unzählig viel mehr Schauspieler_innen heften sich ein Badge vor die Brust, setzen ein klirrendes Lächeln auf, halten sich an Sektgläsern fest und bemühen sich, den Promis in den Arsch zu kriechen.

Wer darauf keine Lust hat, kann z.B. ins Theater gehen, in die Freie Szene. Da macht man so ähnliche Sachen, aber es wird eher Bier dabei getrunken.

1. Im Ballhaus Naunynstraße bringt die Akademie der Autodidakten DECOLONIZE BODIES! MINDS! PERCEPTIONS! auf die Bühne. Seit Herbst 2014 haben 12 junge Performer_innen unter der Leitung von Janine Jembere sich mit Rassismus Weiterlesen

VORSCHAU: Was geht? (im Oktober)

Hey, hör mal zu: Hier gehts um einige der unzähligen Premieren im Oktober. Und weil blabla (Grund) gehen wir am dann und dann (Datum) vielleicht zu diesem und jenem (Stück) ins XY (Theater) (auch dann). Denn: „Zitat“.

Klar? Eben. Also…

Weil diese „Nahaufnahme“ dem Thikwa-Urgestein Torsten Holzapfel auf den Pelz rückt, latschen wir am 1. Oktober allenfalls auf den Prenzlberg zu Subway to Heaven im Theater Thikwa (auch 2.-4.10./5.-8.11.). Denn: „Eine Kindheit in der Besenkammer … Da empfinde ich jetzt aber kein Mitleid!“
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Weil der Jan Koslowski in „Les experts de l’internet“ gut war, steigen wir am 2. Oktober noch ein bisschen weiter gen Osten zu #11 Société des amis. Tindermatch im Oderbruch ins Ballhaus Ost (auch 4./5.10.). Denn: „Welche Bedeutung hat Freundschaft heute? Geht es darum, Kategorien zu finden, die meine Freunde von anderen abgrenzen oder Freundschaft als gesellschaftliches Prinzip verteidigen? Und: Warum haben eigentlich Onkel Quentin und Tante Fanny keine Freunde?“
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Weil this Stück results in grotesque hybrids of human being, stage character and film character we might also visit The Emigrants in the English Theatre Weiterlesen

VORSCHAU: Die Anlageberatung für den April

Ja, die Krise. Das Wort mag so wund benutzt sein, dass ihm schon die Buchstaben abfallen, es ernähren sich davon doch ganze Sparten des Bruttosozialprodukts. Sind Sie Berater im Finanzministerium, AfD-Kassenwart oder Mittelklassenseelenklempner mit Expansionswünschen, dann ist Ihnen das bekannt. Sonnenstrahlen im Frühling sind da immer potenziell geschäftsschädigend. Was denn tun, wenn es wieder allen gut geht? Ach und wie würden sie jammern, all die Coaches, wenn ALLE nun plötzlich ins Theater laufen würden, um sich all die politisch und gesellschaftlich inspirierten Stücke und Performances anzuschauen, die auch diesen April auf den „kleinen“ Berliner Bühnen Premiere feiern werden! Für uns zumindest ist ein zweistelliges Celcius keine Ausrede. Weiterlesen

VORSCHAU: Was geht im Januar?

Eine Vorschau für den ersten Monat des Jahres zu schreiben, kommt einem Hindernisparcours gleich, allenthalben muss ausgelutschten Formeln à la Neubeginn, guten Vorsätzen und Jahresbilanzen ausgewichen werden. Dabei spricht eigentlich nichts dagegen, sich der Übermacht des gregorianischen Kalenders einfach trotzig zu widersetzen, das Theaterjahr folgt seinen eigenen Gesetzen! Der Beginn des Theaterjahres wird von jeder Bühne fröhlich anarchisch selbst bestimmt, ganz ohne Bürgerkriegsaudiokulisse. In diesem Sinne: Schmeißt die Klumpen Blei und Glückskekse aus dem Fenster! Frohe 2- 3 ½ monatige Spielzeit! Weiterlesen