Schuld und Schönheit in Beton: „BLOCK: this home was once a house“ in der Vierten Welt

„Nicht ausreichend mit dem Umfeld interagiert“ – unter den dieses Jahr sowieso weitgehend von allen guten Geistern verlassenen Jury-Vorschlägen zur Basisförderung der Freien Szene durch den Berliner Senat lässt das Verdikt, mit dem der Kreuzberger Vierten Welt der Geldhahn zugedreht werden soll, besonders staunen. Jedenfalls dann, wenn man dieser Tage spät nachts die schmale Betontreppe in der Adalbertstraße am Kottbusser Tor wieder hinunter stolpert. Viel früher am Abend hatte sie den Eingang gebildet zu fast vier Stunden schönster performativer Zumutung und nun schaut man etwas benommen zurück, zwölf Stockwerke nach oben und in Richtung der scharfkantigen Balkone, Austritte und Loggias des Kreuzberger Zentrums, auf denen man vorher noch gestanden hatte, als wache man wie Batman über Gotham-Kotti. Irgendwie hat sich jetzt etwas verschoben, hier unten, wo noch immer an den Obst- und Gemüseständen die Ware im Scheinwerferlicht gelblich leuchtet. Irrt man, oder hat das Kottbusser Tor selten so einladend gewirkt wie an und nach diesem langen Abend?

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