„Er war Elektra, der Vater war Elektriker.“ Die Legende von Dimi und Ela im TAK Theater im Aufbau Haus

They fuck you up, your mum and dad.
They may not mean to, but they do.
They fill you with the faults they have
And add some extra, just for you.

…beginnt Philip Larkins charmantes Gedicht This Be the Verse. Die Vererbung des Scheiterns, der Makel, Ticks und Tragödien, die Umklammerung des eigenen Lebens durch fremde Vergangenheit – dieses literarische Dauerthema zieht sich auch durch Sarah Amanda Dulgeris’ Text Die Legende von Dimi und Ela, der am 19.2. als szenische Lesung im TAK zu hören war und dem eine nochmalige Theateradaption sehr zu wünschen ist. Das Stück erzählt die Geschichte eines Paares, das sich Mitte der 1970er Jahre auf dem Alexanderplatz findet: Die Ostberlinerin Ela wird von einer Freundin dorthin geschleppt, Dimi kommt aus Westberlin, um Schmuggelware zu verkaufen. Als Sohn griechischer Exilanten mythologisch gefirmt erkennt er in ihr seine Eurydike, die Legende beginnt wie jede Legende: Er bietet ihr eine Zigarette an – „und Feuer, damit sie entflammt“.

Schon folgen wir den beiden (behutsam und konzentriert gespielt von Maximilian Rösler und Dulgeris selbst) durch einen so dermaßen verliebten Sommer, das man die unterdrückten Jauchzer des Publikums förmlich spüren kann. Doch der Bösewicht erscheint Weiterlesen

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GEWONNEN! VERLOSUNG: „Die Legende von Dimi & Ela“ im Theaterdiscounter

Jeweils 2 Freikarten gehen an Katrin und Linn. Herzlichen Glückwunsch!
Wir freuen uns wie immer über eine hohe Beteiligung und wünschen viel Spaß beim Stück!

Euer
Unruhe im Oberrang

Immer auf dem neuesten Stand bleibt Ihr außerdem auf Facebook und Twitter. Unter dem Hashtag #freikartenberlin gibt’s immer Neuigkeiten zu Verlosungen in Berlin.

Und darum ging’s:

Es gibt wieder etwas zu GEWINNEN! Weiterlesen

VORSCHAU: 6 x Februar im Zeichen des Affen?

Es gibt für all die guten Vorsätze an Silvester ja immer noch eine zweite Chance: das chinesische Neujahr. Am 8. Februar hat das Jahr des Feuer-Affen begonnen, das u.a. für unerwartete Veränderungen steht. Als pyromanisch-undomestiziertes Blog erfüllt uns das mit Vorfreude.

In der zweiten Februarhälfte sind uns sechs Inszenierungen aufgefallen, die, eigenwillig, neugierig und selbstbewusst, nach den Qualitäten des Affen klingen. Weiterlesen

Ein Ballett in einem Akt – „Schönheitsabend“ von Florentina Holzinger und Vincent Riebeek in den Sophiensaelen

Als „provokantestes Tanzpaar Europas“ werden Florentina Holzinger und Vincent Riebeek von der künstlerischen Leiterin der Sophiensaele, Franziska Werner, angekündigt. In den drei Akten: „Tänze des Lasters“, „Tänze des Grauens“, „Tänze der Ekstase“ will sich das Duo mit queeren Tanzpaaren aus dem frühen 20. Jahrhundert auseinandersetzen und so unter anderem neue Schönheitskonzepte entwickeln. Weiterlesen

VORSCHAU: Was rumort im Juni?

Der Sommer ist endlich da. Dem Reflex, der Arbeit fernzubleiben, zu streiken, Schule oder Uni schwänzen, in der Sonne zu faulenzen, sind oft Grenzen gesetzt: Immer mehr Menschen geben an, keine Zeit mehr zum Streiken zu haben, da sie so viel zu tun hätten. Aber dann in der Freizeit auch noch ins Theater zu gehen, statt sich mit ’ner Molle an den Landwehrkanal zu setzen oder einfach mal auf dem Tempelhofer Feld ’ne Drohne steigen zu lassen, scheint nicht so plausibel.

Open-Air-Theater

Das Problem ergibt sich aber gar nicht zwingend, zieht man all die Theateraufführungen in Betracht, die im Juni draußen an der Berliner Luft stattfinden. Zum Beispiel spricht am 13. Juni Kabarett Kosovo dafür, sich mal ins Amphitheater im Monbijoupark zu trauen. Das Gastspiel aus dem Nationaltheater Priština Weiterlesen

Die Verkündigung des Black Panther-Engels: „Die letzte Nacht des Martin Luther King“ in der Vagantenbühne

Martin Luther King liegt lachend auf dem Hotelbett und auf dem Zimmermädchen. Es ist der Höhepunkt einer ellenlangen Flirtnummer mit vielsagenden Angeboten, verschämten Komplimenten, mit Augenaufschlag und Mundwinkelspiel. Tino Führer in der Rolle des Stars der Bürgerrechtsbewegung und Vanessa Rottenburg als geheimnisvolles Black Panther-Zimmermädchen umturteln sich, umkreisen unzählige Male das große Bett in der Mitte der Bühne, schmachten sich Blicke über die Schulter zu. Ihr Streit über den politischen Kampf der Schwarzen in den USA bleibt in der Inszenierung von Andreas Schmidt stets eingebettet ins Flirt-Narrativ der jungen, charmanten Darsteller_innen, die das durchschnittlich ältere Publikum zu verliebtem Dauerlächeln verführen.

Als der Höhepunkt erreicht ist, sie schließlich auf dem Bett landen, nimmt das Stück – ich atme erleichtert auf – eine überraschende Wendung. Weiterlesen

Viel Werkstatt, wenig Musical – „Libretto“ im Theaterdiscounter

Die Zuschauer_innen betreten den Aufführungsraum des Theaterdiscounters, der immer etwas von Parkhauskeller hat, durch eine Schneise von grinsenden Wachsfiguren: Die fünf Darsteller_innen und zwölf mitwirkenden Laien von „Libretto – hommage total ans musical harren in eingefrorener, pathetischer Begrüßungspose aus, bis alle auf ihren Plätzen sind. Darauf folgt eine Massenchoreographie, die auch Teil einer Herbert Fritsch-Nummer oder eines Walt Disneys-Cartoons sein könnte (oder halt eines Musicals, ich kenn mich da nicht so aus) mit weit ausgestreckten Armen, mit gekünsteltem Lächeln und Winken zur schnulzig-beschwingten Klaviermusik des amerikanischen Musical-Profis David Morrow.

In diesen gemeinsamen Bewegungen aller Akteur_innen nähert sich die Musical-Studie von Paula Rosolen dem Reiz des Musicals, der großen Show, der abgeschlossenen Form am ehesten an. Weiterlesen

Verträumte Architekten im Neonlicht – „Subway to Heaven“ von Torsten Holzapfel und Martin Clausen im Theater Thikwa

Ein Artikel von Gesche Beyer

Torsten Holzapfel steht vorm Spiegel. Fletscht die Zähne. Grinst. Zieht die Mundwinkel herunter, sodass sich sein Gesicht in eine Trauermiene verwandelt. Dann lehnt er sich weit nach vorne, ist seinem Spiegelbild nun ganz nah – so nah, dass er etwas zwischen seinen Zähnen entdeckt. Prompt streckt er die Hand aus, um es zu beseitigen. Oder ist es Martin Clausen, der sich in diese lautlose Kommunikation mit seinem dreidimensionalen Spiegelbild vertieft? – Wer genau uns (und sich selbst) hier eigentlich gegenübersteht, ist nicht eindeutig zu bestimmen. Denn in Subway to Heaven, der neuen Inszenierung Gerd Hartmanns am Theater Thikwa, verschmelzen die beiden Performer in einem wunderbar abgestimmten, fröhlich-heiteren und doch von melancholischen Klängen durchzogenen Spiel miteinander; „Ich bin Martin Holzapfel!“, „Mein Name ist Torsten Clausen Holzapfel!“ – So und in weiteren ähnlichen Variationen stellen sie sich dem Publikum vor.

Die schlimme Kindheit in der Besenkammer Weiterlesen

LINK: Sommerpause – nix los? Falsch! Theaterscoutings gibt Tipps, was in den nächsten zwei Monaten zu tun ist.

Wir hatten ja schon vor einiger Zeit vor Theaterscoutings gewarnt: Die Avantgarde der Theatervermittlung meint es ernst und wird bei Ignoranz der Berliner Freien Szene gegenüber keine Ausreden mehr gelten lassen. Genauso wenig wie wir übrigens. Gerade im Sommer, wenn die staatlichen Theater Urlaub machen, belebt die Freie Szene die Stadt, mit Theaterstücken und Performances, die alles andere als Lückenfüller sind: Vor allem das gute Wetter ermöglicht Aufführungen, die es während der regulären Spielzeit nicht gibt.

Bevor hier ein detaillierter Überblick über das Berliner Sommerprogramm erscheint, macht Theaterscoutings schon mal neugierig mit allen wichtigen Begleitveranstaltungen zur Freien Szene in den nächsten Monaten. Das heißt: mit Theaterscoutings, Partner vom Unruhe-Blog, kann man einen Blick hinter die Kulissen werfen, Proben besuchen, sich mit der Dramaturgin unterhalten und mit den Künstlern einen heben Weiterlesen

LINK: „Inklusion – Was’n ditte?“ Gesprächsrunde am Samstag, den 5. April im Theater RambaZamba

Zusammen mit Theater der Zeit lädt das Theater RambaZamba in der Kulturbrauerei zur Gesprächsrunde unter dem Titel „Inklusion – Was’n ditte?“ ein. Der Schauspieler Thomas Thieme, der Berliner Fotograf David Baltzer und die RambaZamba-Chefin Gisela Höhne erzählen von der Erfolgsgeschichte des Theater RambaZamba und diskutieren „die Möglichkeiten eines Theaters mit und von Behinderten zwischen Integration und künstlerischer Autonomie“.

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