Don’t be a prisoner of the moment – Zur Eröffnung des letzten Foreign Affairs-Festivals 2016.

 

Das internationale Performing Arts Festival Foreign Affairs der Berliner Festspiele findet dieses Jahr vom 5. Juli bis 17. Juli im Haus der Berliner Festspiele und dem Martin-Gropius Bau statt.
Zum letzten Mal finden sich Künstler und Performer zusammen, um ihre künstlerischen Arbeiten zum diesjährigen Thema „uncertainity“ zu zeigen. Der Martin-Gropius-Bau widmet dem südafrikanischen Künstler William Kentridge eine umfassende Werkschau. An der Schnittstelle von Performance und Ausstellung tummeln sich vielseitige Formate und Events, die auf welche Weise auch immer „uncertain“ sein sollen. Das Thema „Unsicherheit“/ „Uncertainity“, so erklärt der Direktor des Festivals Matthias von Hartz in seiner Eröffnungsansprache, sei von William Kentridge inspiriert und würde weniger einen zeitgenössischen gesellschaftlichen Status quo der Angst ins Zentrum rücken, als vielmehr das Potenzial an Freiheit, das sich in unsicheren Verhältnissen verbirgt. Das Freiheit sich vor allem über Selbstbestimmung herstellt und Sicherheit dafür ein unverzichtbares Gut ist, wird beiseite gelassen. Weiterlesen

Freikarten für „Algorithmen“ von Turbo Pascal und für „Schlager als Chance“ von Maria Kron #PAF16

Es gibt etwas zu gewinnen für den letzten #PAF16-Festivaltag:

Um die Freikarten zu bekommen, schreibt uns einfach bis zwei Stunden vor Aufführungsbeginn eine E-Mail mit dem Stichwort „Turbo“ bzw. mit dem Stichwort „Primel“ an: deroberrangdrehtdurch@gmail.com. Viel Spaß!

#PAF16 – Teil III (Samstag) Unterwegs im Prenzlberg

Der Festival-Samstag hat die höchste Veranstaltungsdichte. Und die Veranstaltungen sind über die gesamte Stadt verteilt. Schnell stellt sich die Planungsfrage: Wie komm ich nach der Performance um 16:30 Uhr in Tempelhof zum Tanzstück in Pankow um 16 Uhr…?

Hier ein Vorschlag für den optimal ausgelasteten Tag im Prenzlauer Berg:

Option 2: Ein Tag durch den Prenzlberg

Im Prenzlauer Berg beginnt der Tag natürlich mit Kindertheater. Um 11 Uhr im Theater O.N. am Kollwitzplatz musizieren eine Bassklarinette, Wassergläser und Tenorstimme «Ein Kleines Stück Himmel» herbei. Das Musiktheaterstück reüssierte schon an der Deutschen Oper und ist für Kinder ab 2 Jahren.

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Danach ist genug Zeit für Mittagsnickerchen und Bio-Bärlauch-Rhabarbar-Brei. Ab 13 Uhr gibt’s dann im DOCK 11 die Chance, «15min» allein mit der Performerin Hyoung-Min Kim auf engem Raum zu verbringen und zu erfahren, was ein «Personal Space» ist.

Um 15 Uhr lädt das Ehemalige Stummfilmkino Delphi zur gemeinsamen Standortbestimmung mit der Schaubude ein. Weiterlesen

Off the beaten track – der Guide zur Berliner Freien Szene

Lotte Marlene Thaa und David Meiering

Das Performing Arts Festival hat sich zum Ziel gesetzt auch unbekanntere Orte für Theater, Tanz und Performance-Kunst ins Bewusstsein der theaterinteressierten Menschen Berlins zu bringen.

Ateliers, Cafés, der „öffentliche Raum“, private Wohnzimmer – Orte, die oft nur Kunstschaffenden vorbehalten sind, werden im Rahmen des Festivals auch Normalsterblichen zugänglich gemacht und erlauben so einen erweiterten Blick auf die Stadt und ihre sehr lebendige, aber oftmals, ob freiwillig oder nicht, doch ein wenig unter sich bleibende Kunstszene. Die Unruhe-Kapazitäten erlauben es nicht, jede Spielstätte vorzustellen, aber wir haben eine kleine Auswahl von besonders exotischen Orten getroffen. Von weit außerhalb des Rings liegenden Orten bis zu Spielstättenjungfrauen wollen wir euch ermutigen, auch gerade die unbekannten Teilnehmer_innen des Festivals zu besuchen.

Greenhouse Berlin

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Wenn es das Greenhouse nicht schon gäbe, wäre die Stadt Berlin aus Imagegründen verpflichtet, eine solche Institution irgendwo aufzubauen. Mehr Berlin geht eigentlich nicht, als ein leerstehendes Arbeitsamt, das von Künstler_innen aus aller Welt als Studio, Proberaum und Bühnenspace genutzt wird – inklusive Non-Profit Café und Aussicht auf Schrebergärten.

Schon allein für dieses Panorama lohnt es sich den 8. Stock dieses Gebäudes zu besuchen, wo die PAF-Veranstaltung am Freitag stattfinden wird. Das Bonobo Café im 1.Stock bietet für die thriftigen Besucher_innen, die ihr eigenes Geschirr und Besteck mitbringen, Essen und Getränke, selbstredend alles auf Spendenbasis, wir sind hier ja schließlich nicht in London oder Paris. Die BZ verhandelte das Greenhouse unter der Überschrift: „Hippie-Kommune haust in Ex-Arbeitsamt und zahlt überhöhte Mieten.“ Auch damit ist Berlin 2016 wohl ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Wer mitreden will, sollte also schon hier gewesen sein.

Gottlieb-Dunkel-Str. 43/44, 8. Stock, 12099 Berlin | http://greenhouse-berlin.de/about.html

Agora Collective

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In der Mitte von Neukölln und doch etwas versteckt im Niemandsland zwischen Hermannstraße und Karl-Marx-Straße gelegen, bietet das Agora Collective nicht nur ein nettes Café im Grünen, sondern auch Ateliers, eine Artist Residency und einen Coworking Space. Interessant ist diese Institution auch deshalb, weil sie prominent bei der Neugestaltung des Geländes der Kindl-Brauerei vertreten ist. Nur fünf Minuten Fußweg entfernt entsteht dort die zweite Zweigstelle des Kollektivs, womit sie an einem der Neuköllner Kieze sitzen, die sich am schnellsten verändern. Erst diesen Samstag wurde die neue Treppe zwischen dem Gelände und der Isar/Neckarstraße eingeweiht, was stark nach piefiger Lokalpolitik klingt, aber mit einem Kiezfest gefeiert wurde, bei dem klar wurde, dass es durchaus eine hohe Bereitschaft gibt diesen bis dato eher ausgestorbenen Teil von Neukölln zu nutzen.

Am Freitag findet im alten Agora-Gebäude der Fachtag des PAF statt, für den man sich bis zum 25. anmelden muss; einen Café trinken kann man hier aber so gut wie immer.

Mittelweg 50, 12035 Berlin | www.agoracollective.org

District

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Zwar verschlägt es Frischzugezogene wie Alteingesessene gelegentlich ins Gewerbelabyrinth unterhalb des Südkreuzes; allerdings endet die Exkursion meistens nach kurzer Zeit mit neuen Topfpflanzen und Schreibtischlampen. Dabei verbirgt sich hinter der Betonwüste des Ikea-Parkplatzes eine regelrechte Kulturoase: die Malzfabrik. Das alte Mälzereigelände stellt mit seiner Industriearchitektur nicht nur einen perfekten Drehort für Filmproduktionen dar, sondern veranstaltet dieses Jahr auch ein Musikfestival auf der Malzwiese. Die vielen ehemaligen Produktionshallen bieten allem einen Platz, was mit Kunst und Kultur zu tun hat – darunter auch „District Berlin“, ein Kunstraum, der eine große Ausstellungshalle und Künstler_innenateliers umfasst. District bietet nicht nur jungen Künstler_innen die Chance, ein Atelierstipendium zu ergattern, sondern versucht auch mit seinen Projekten aus dem abgeschlossenen Kunstzirkel hinaus in die Stadt zu wirken. So untersuchen Künstler_innen und Kinder der Großraumsiedlung Marzahn-Hellersdorf zusammen die Bauweise der sozialistischen Stadt im aktuellen Projekt „Raumschiff Marzahn“. Für das Performing Arts Festival lädt District die Besucher_innen aber zunächst in die eigenen Räume ein: Im Rahmen der Installation „Public Speaking“ findet die Konzertperformance „Raze de Soare“ am Freitag, den 27.5. um 21 Uhr in der District-Veranstaltungshalle in Haus G statt. Der Ausbruch aus dem Berliner Ring lohnt sich!

Bessemerstraße 2-14, 12103 Berlin | www.district-berlin.com

Ehemaliges Stummfilmkino Delphi

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Zwar nicht in der geographischen Mitte, aber doch im Epizentrum der Freien Szene, befindet sich das ehemalige Stummfilmkino Delphi. Eine berlintypische Erzählung von Leerstand, Ankauf, Nachnutzung und künstlerischer Wiederbelebung, hat diese schicke Reminiszenz an die 20er und 30er hervorgebracht. Aus dieser Zeit stammt dieses wunderhübsche Gebäude, dessen Entstehungsgeschichte bereits ein wenig Tragik enthält: Wie der heutige Name andeutet als Stummfilmkino gebaut, wurde das Kino schon ein Jahr später, mit dem Aufkommen des Tonfilms, anachronistisch. Mit dem heutigen Anspruch jeglicher Form von (Performance-) Kunst einen Raum zu bieten, ist die Institution heute alles andere als anachronistisch (das belegen schon die 174 Berliner Kneipen mit ähnlich unverputzten Wänden) und verspricht, ein spannender Ort für den Kiez aber auch darüber hinaus zu werden/bleiben. In der Ruinenporn-Ästhetik-Kulisse wird hier Donnerstag und Freitag die Berlin Opera Group mit Le Nozze di Figaro das Spektrum des Festivals um ein eher ungewöhnliches Genre bereichern. Über das Entstehen einer Off-Opera Szene wird auch im Gespräch mit theaterscoutings vor der Vorstellung diskutiert werden. Irgendwie passend in einem Gebäude eines so gut wie ausgestorbenen Genres eine der (vermeintlich) altmodischsten Formen des Theaters wiederzubeleben.

Gustav-Adolf-Straße 2, 13086 Berlinhttp://ehemaliges-stummfilmkino-delphi.de/

Lake Studios Berlin

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Idyllischer geht’s kaum: wildwuchernder Garten mit Schaukel, Tanzsaal mit Deckenfenster zum blauen Himmel – in den Lake Studios in Friedrichshagen fühlt man sich wie in einer stilvollen und doch bodenständigen Künstlerkolonie auf dem Lande. In den Räumlichkeiten wohnen insgesamt 9 Künstler_innen in Kurzzeit-Residencies oder auch permanent. Dabei handelt es sich jedoch keinesfalls um einen Versuch, klösterliche Abgeschiedenheit herzustellen. Zahlreiche Tanz- und Yogakurse, Workshops und Abendveranstaltungen öffnen diesen Ort für lokales und aus dem Innern des Rings angereistes Publikum. So auch während des Performing Arts Festivals, dessen Intention, den Horizont der Berliner Theatergänger_innen zu erweitern, hier voll aufgehen dürfte. Im Gegensatz zu den zentralen Hauptstadtlocations verspricht hier auch das Miteinander nach der Vorstellung intimer auszufallen – die Kunstschaffenden wohnen schließlich hier und allzu viele hippe Alternativen für das Glas Wein oder Bier danach gibt es auch nicht. Wer also am Freitag die Zeit findet (nur 35 Minuten vom Alexanderplatz, wenn die S-Bahn funktioniert, die Peripherie rückt näher!) sollte sich die Stücke der derzeitigen Artists in Residence anschauen und im Anschluss mit ihnen darüber plaudern.

Scharnweberstr. 27, 12587 Berlin | https://lakestudiosberlin.com

Selbst wenn ihr vor lauter Hauptstadtbetriebsamkeit nicht dazu kommen solltet, euch eine der Performances im Rahmen des PAF anzugucken, solltet ihr die exotischeren Spielstätten Berlins im Blick behalten. Viele der Orte bieten regelmäßig Veranstaltungen an oder können auch von euch für eure nächste Polit-Versammlung oder Erstkommunion genutzt werden.

Bewegung in der Freien Szene: Tag 2 der Nachwuchsplattform beim Performing Arts Festival

Nach dem heutigen Auftakt geht es morgen mit der Nachwuchsplattform auf dem Performing Arts Festival weiter.

Auch am zweiten Tag des Festivals bespielt der Nachwuchs die größeren Häuser der Freien Szene Berlins: Wer möglichst überall hineinschnuppern will, kann zwischen den Sophiensælen, dem Ballhaus Ost und dem HAU pendeln. Es bleibt so divers wie schon am ersten Tag: Installationen, Vorträge, musikalische Performances und Tanz stehen zur Auswahl. Weiterlesen

Performing Arts Festival Berlin: 6 Tage lang 279 x Freie Szene – followed by Unruhe im Oberrang

Am Montag, den 23.5. geht’s los: Das größte Festival der Freien Szene Berlins startet mit über 120 Produktionen in 279 Veranstaltungen. „Festival der Superlative“ schwärmt die taz.

Unruhe im Oberrang goes Festival!

Wir finden: Das ist ein angemessener Rahmen für die Vielfalt der Berliner Freie Szene. Deshalb ist Unruhe im Oberrang dieses Jahr Medienpartner und Unterstützerin des Festivals. Wir helfen den neugierigen Besucher_innen mit Infos&Tipps und begleiten kritisch das Festivalprogramm mit Tagesvorschauen, Kommentaren, Kurzkritiken auf Facebook und Twitter.

Schon die Spielorte des Festivals sind eine Attraktion: Von der Willner-Brauerei bis zur Studiobühne Alte Feuerwache gibt’s Kiezatmosphäre zu schnüffeln. Selten öffnen mit über 50 Spielorten so viele Kunsträume ihre Türen, um die Arbeits- und Lebenswelten Berliner Künstler_innen zu zeigen. Sogar in eine Privatwohnung im Prenzlberg werden die Besucher_innen gelockt. Alle Spielstätten finden sich hier.

Wo soll ich bloß anfangen?

Gäbe es das Programm mit Ankündigungstexten als Buch, ließen sich damit Ratten erschlagen, so breit und vielfältig ist die Auswahl an Veranstaltungen. Auf der PAF-Website findet Ihr hier das Programm. Um damit fertig zu werden und Orientierung zu bieten, veröffentlichen wir jeden Tag Vorschauen auf die spannendsten Events des folgenden Tags. Wichtig zu wissen ist außerdem: Das Festival besteht aus drei Teilen:

1. Der Nachwuchsplattform vom 23. bis 25. Mai.
2. Dem rauschenden Festivalfest am Donnerstag, den 26. Mai.
3. Dem extravaganten Hauptteil, der auch für internationales Publikum geeignet ist, vom 27. bis 29. Mai.

Das heißt also, während der ersten drei Tage kann sich jede_r langsam ans Festivalhoppen herantasten, um dann am Donnerstag wild zu feiern und sich dann mit dem Wochenendprogramm von morgens bis abends den Rest zu geben.

Was passiert morgen?

Hauptspielstätten der Nachwuchsplattform vom 23.-25. Mai sind der Theaterdiscounter, das Ballhaus Ost und das HAU2. Also ab ins Zentrum! Schon am ersten Abend wird das ganze Spektrum präsentiert: Tanz, Solotheater, Publikumsbeteiligung – alles dabei.

1. In Admission to a new reality – Eintritt in eine neue Realität experimentieren die Zeitbanditen* and friends mit Intimität, auf und vor der Bühne des Ballhaus Ost (19 Uhr). Die Frage des Abends: Was könnte ein Glaube sein jenseits von Religion?

2. Oder lieber doch in den Theaterdiscounter? Hier erforschen Sunia Asbach und Darko Radosavljev in Federn lassen choreographisch Bewegungsqualitäten und – dynamiken: Auch hier geht’s um Intimität, aber auch um Sperrigkeit. Eine Performance mit einer ehemaligen Matratze (auch 19 Uhr).

3. Danach schnell, schnell weiter. Um 21 Uhr wagt sich Lois Bartel mit Unordentliche(n) Verhältnisse(n) in beunruhigend chaotische Hörwelten im Theaterdiscounter. In der Doppelvorstellung wirft Felix Lüke in Unser Herr Kießling oder: Gedanken zur Situation Deutschlands mit Lokalkolorit um sich. Er nimmt die Perspektive eines Berliner Politikers ein, woraus eine Stadtrundfahrt der besonderen Art entsteht. Hier der spaßige Trailer.

4. Im HAU 2 hagelt’s um 21 Uhr Sozialkritik – oder doch schon wieder Kunstkritik …? In Das Stück mit der Zweckmäßigkeitsfrage stellt ScriptedReality sich der Fragen von Zweck oder Zwecklosigkeit von Kunst im Kontext von ökonomischer Krise.

5. Um 23 Uhr gibt’s im Theaterdiscounter dann die Mitternachtssuppe. Also auch dafür ist gesorgt.

Wie komm ich an Karten?

Tickets für zahlreiche Veranstaltungen des Performing Arts Festival können über Reservix online gebucht werden. Die Ticketlinks hierfür finden sich bei den jeweiligen Veranstaltungen im Programm. Aber: Für einige wenige Veranstaltungen des Performing Arts Festival ist der Ticketkauf nur direkt über die Veranstaltungsorte/Gruppen möglich. Schaut also ins Programm. Am Wochenende lohnt es sich viel zu gucken: Beim Kauf von 3 Tickets gibt’s einen Rabatt von 10 % auf den Gesamtpreis, beim Kauf von 10 Tickets sogar einen Rabatt von 20%.

Wir wünschen ganz viel Spaß beim Festival!

Eure Unruhe Im Oberrang

Perfoming Arts Festival followed and powered by Unruhe:
Facebook: https://www.facebook.com/PerformingArtsFestivalBerlin/?fref=ts
Twitter: https://twitter.com/PAFBerlin (@PAFBERLIN, #PAFBerlin)
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Freie Szene Berlin = Lohnbetrug und Wirtschaftskriminalität?

„Das Kühlhaus nutzt Kultur, um Subventionen zu erhalten und sich zu profilieren, während MitarbeiterInnen um ihren Lohn betrogen werden und die Finanzen und Immobiliengeschäfte, die damit zusammenhängen, intransparent bleiben.“, heißt es in einem Schreiben einer Gruppe von ehemaligen Mitarbeiter_innen des Kühlhauses am Gleisdreieckpark, das seit 2010 beliebter Ort für Ausstellungen und Konzerte ist und demnächst die re:publica zu Gast hat. Die Kulturarbeiter_innen fordern: „Keine Kultur, keine Subventionen und keine Werbung für Häuser, die sich nicht an soziale Regeln halten!“

Die Vorwürfe gegenüber dem Kühlhaus häufen sich und haben es in sich. Zwar kennt wohl der Großteil der Künstler_innen die x!!@$¿!-Arbeitsbedingungen des Kulturprekariats nur zu gut aus eigener Erfahrung und seit ein paar Jahren werde diese art but fair sei Dank auch zunehmend dokumentiert und skandalisiert – was im Kühlhaus passiert, erreicht jedoch, glaubt man den MitarbeiterInnen und den Recherchen des Anwaltsbüros Resch, völlig neue Dimensionen: Weiterlesen

GEWONNEN! VERLOSUNG: Jeweils 2 Freikarten für „Demetrius/Trollfabrik“ und „House of Hope“ im Theaterdiscounter

UND ES HABEN GEWONNEN:

2 x „House of Hope“ am Freitag, den 11. März = Frederike
2 x „Demetrius“ am Mittwoch, den 16. März = Claudia

Sagt einfach am Theaterabend Euren Namen an der Kasse. Viel Spaß im Theaterdiscounter! Wir freuen uns über die diesmal ganz außerordentlich sensationelle Beteiligung und sagen SORRY an alle die leer ausgegangen sind. Bleibt uns trotzdem treu und macht wieder mit, wenn’s das nächste Mal Freikarten gibt.

Und darum ging’s:

Es gibt wieder etwas zu GEWINNEN. Wir verlosen jeweils 2 Freikarten für „House of Hope“ am Freitag, den 11. März und für „Demetrius/Trollfabrik“ am Mittwoch, den 16. März. Beide Aufführungen finden um 20 Uhr im Theaterdiscounter statt.

Worum geht’s in den Stücken?

In „House of Hope“ mischt sich die Performancegruppe post theater  in den Kampf um Wohnraum ein, der in der neoliberalen Großstadt tobt: Wie könnte die bessere Stadt der Zukunft aussehen? Für die Klosterstraße wird ein Wohnturm der Superlative als Heimat für alle Bevölkerungsgruppen entworfen. Auf einem begehbaren Spielfeld entfaltet post theater Fakten und Fiktionen zur Wohnungsfrage und behauptet: „Ein House of Hope ist vorstellbar“!
Mehr Infos findet Ihr hier.

In „Demetrius/Trollfabrik“ begibt sich Regisseur Georg Scharegg mit Schillers Demetrius auf Stoffsuche in Nachrichtenbildern und Waffenarsenalen der gegenwärtigen Informationskriege Weiterlesen

Ein blassblauer Geist auf grauem Untergrund. In der Pilotveranstaltung der Reihe “Fearless Speech“ am HAU setzt sich Alex Demirović mit dem Foucaultschen Parrhesia-Begriff auseinander.

img_0608Gedämpftes Raunen erfüllt den brechend vollen Saal des HAU1. Der Flyer zur heutigen Veranstaltung – himmelblaue Schrift auf glänzend grauem Untergrund – raschelt verheißungsvoll in meiner Hand. Na gut, das ist vielleicht etwas übertrieben. Aber doch spricht schon der große Andrang dafür, dass an den Abend bestimmte Erwartungen geknüpft sind. Neben mir werden enthusiastisch Selfies gemacht. Und ja, auch ich habe den Termin schon vor Wochen in meinen Kalender eingetragen. Trotzdem weiß ich selbst keine unmittelbare Antwort darauf, worin meine Erwartungen eigentlich bestehen. Es geht also um Foucault. Der ist übrigens auch dem Flyer dabei abgebildet, wie er – den Kopf im Nacken – in ein Megaphon brüllt. Ein blassblauer Geist auf grauem Hintergrund.

Hierin liegt erst mal nichts Weltbewegendes, schließlich ist Foucault zumindest in den Geisteswissenschaften nach wie vor omnipräsent, um seine Diskursanalyse ist hier nicht herumzukommen, wohingegen die klassische marxistische Philosophie und die kritische Theorie mehr und mehr an den Rand gedrängt werden.

Wenn sich aber all diejenigen, die hier versammelt sind, jederzeit in eine Foucault-Vorlesung setzen können, wie lässt sich dann die gesteigerte Erwartungshaltung erklären, die unterschwellige Aufregung, die meinem Eindruck nach im Saal herrscht? Vielleicht liegt es daran, dass es sich bei dem Vortragenden um Alex Demirović handelt, einen Alt-68er, der immerhin noch als „echter“ Marxist zu begreifen ist und im Wissenschaftsbetrieb eine gewisse Underdog-Position inne hat.

Oder liegt es am Theater selbst, welches in uns die Erwartung weckt, dass hier etwas anderes als ein „bloßer“ Vortrag stattfinden wird? Weiterlesen