VORSCHAU: Was bringt der Juni?

Vielleicht gaben sich manche zuletzt schon beim Performing Arts Festival freie-Szene-mäßig die Kante. Und vielleicht ist es überhaupt müßig im Juni, wenn sich alle Welt zum Knutschen oder Kiffen an kleinen Wasserflächen versammelt, Ausgehtipps zu geben. Aber man kann ja auch mal bekifft ins Theater. Und händchenhaltend, mit großen Augen warten, dass der Vorhang aufgeht. Wie dem auch sei: Hier eine Auswahl von Premieren und allerlei Dienliches für den Juni!

Im Ackerstadtpalast bringen die Regisseurin Yael Gaathon und die Tänzerin Vangeline das absurde Körpertheater Butoh aus Japan mit der Musik Ludwig van Beethovens zusammen. “Dancing with Ghosts” zieht seine Inspiration Weiterlesen

„AfD-Ficken“: Die Performance von Knife Knightbusch & Lores versteigert im Acker Stadt Palast einen rechten Redner zum Frustabbau ans Publikum.

Kopulation als Konfliktlösung – so wie die Bonobo-Affen soziale Spannungen im Sex entladen, möchten Knife Knightbusch & Lores dem Publikum einen AfD-Redner zum eigenen Frustabbau in einer öffentlichen Auktion anbieten. Die Performance „AfD-Ficken“ eröffnet damit die Reihe behaupten.wagen, die Diskurse zur aktuellen Politik anzetteln will. Auch durch provokante Inszenierungen: Denn wer den Zuschlag erhält, darf auf der Bühne mit dem AfDler alles anstellen; Startgebot: 10 Euro. Ist das Ernst gemeint? Wird überhaupt jemand mitbieten? Und was wird dem Schauspieler am Ende angetan?

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Dank (N)Olympia: Berliner Senat stellt Milliarden für Freie Szene bereit! Unsere VORSCHAU sagt, was die Beglückten im April zeigen

Eigentlich ganz schön unrühmlich hatte Berlin sich auf den letzten Metern vom März, diesem Zaudermonat zwischen Eishölle und zartem Frühlingsknospen, verabschiedet. Nicht nur, dass der gut gemeinte Vorschlag, Frank Castorf, den König Lear unter den Intendaten, einfach bis zum letzten Atemzug in der Volksbühne anzuschmieden, seit gestern eine enttäuschende Antwort erfahren hat. Es hat auch, rund 30 Tage nach dem wie zum Hohn so benannten „meteorologischen Frühlingsanfang“, neulich plötzlich wieder ganz humorlos geschneit. Als sei himmlisches Übersprungsverhalten dieser Art nicht allein schon finster genug, fehlt uns seit vergangenem Wochenende auch noche ein volle Stunde Zeit. Gut, das mag allen so gehen, aber natürlich tut es in Berlin, wo damit vor allem wertvolles Nichtstun erodiert wird, unverhältnismäßig viel mehr weh als andernorts. Außer vielleicht in, genau, Hamburg. Denn dort hat man ja nun einen ganzen Berg Arbeit innerhalb eines straffen Zeitrahmens vor sich – ein Kelch, der an Berlin glücklich vorübergegangen ist. Weiterlesen

VORSCHAU: Was tut sich im Februar?

Februar in Berlin heißt für viele gerade Kino: Auf Berlinale-Parties tummeln sich mehr oder weniger wichtige Promis und feiern sich selbst. Und unzählig viel mehr Schauspieler_innen heften sich ein Badge vor die Brust, setzen ein klirrendes Lächeln auf, halten sich an Sektgläsern fest und bemühen sich, den Promis in den Arsch zu kriechen.

Wer darauf keine Lust hat, kann z.B. ins Theater gehen, in die Freie Szene. Da macht man so ähnliche Sachen, aber es wird eher Bier dabei getrunken.

1. Im Ballhaus Naunynstraße bringt die Akademie der Autodidakten DECOLONIZE BODIES! MINDS! PERCEPTIONS! auf die Bühne. Seit Herbst 2014 haben 12 junge Performer_innen unter der Leitung von Janine Jembere sich mit Rassismus Weiterlesen

VORSCHAU: Was bewegt sich im Januar?

Im Januar geht es politisch zu in der Freien Szene. Fanden wir in der ersten (!) Unruhe-Monatsvorschau im November 2013 vor allem Tiere in Stücktiteln der Berliner Freien Szene wie Mäuse, Käfer, Seewolf, lesen sich die Theaterprogramme inzwischen vielerorts anders: Weniger Fauna, weniger artiness und mehr (historische) Kontextualisierung. Themen wie Migration und Arbeit dominieren in immer mehr Spielplänen. Oder ist das nur Einbildung? Jedenfalls kommen hier zu den aktuellen Anlässen auf die Straße zu gehen, einige Anlässe, der Freien Szene treu zu bleiben:

Kunst und soziale Bewegung

Vom 9. bis 11. Januar findet im HAU der Kongress statt. Der Kongress bringt über zwanzig von Künstler_innen gegründete Organisationen zusammen, die über singuläre Kunstprojekte hinaus Strukturen aufbauen für „Formen des Widerstandes Weiterlesen

VORSCHAU: Was geht? (im Oktober)

Hey, hör mal zu: Hier gehts um einige der unzähligen Premieren im Oktober. Und weil blabla (Grund) gehen wir am dann und dann (Datum) vielleicht zu diesem und jenem (Stück) ins XY (Theater) (auch dann). Denn: „Zitat“.

Klar? Eben. Also…

Weil diese „Nahaufnahme“ dem Thikwa-Urgestein Torsten Holzapfel auf den Pelz rückt, latschen wir am 1. Oktober allenfalls auf den Prenzlberg zu Subway to Heaven im Theater Thikwa (auch 2.-4.10./5.-8.11.). Denn: „Eine Kindheit in der Besenkammer … Da empfinde ich jetzt aber kein Mitleid!“
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Weil der Jan Koslowski in „Les experts de l’internet“ gut war, steigen wir am 2. Oktober noch ein bisschen weiter gen Osten zu #11 Société des amis. Tindermatch im Oderbruch ins Ballhaus Ost (auch 4./5.10.). Denn: „Welche Bedeutung hat Freundschaft heute? Geht es darum, Kategorien zu finden, die meine Freunde von anderen abgrenzen oder Freundschaft als gesellschaftliches Prinzip verteidigen? Und: Warum haben eigentlich Onkel Quentin und Tante Fanny keine Freunde?“
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Weil this Stück results in grotesque hybrids of human being, stage character and film character we might also visit The Emigrants in the English Theatre Weiterlesen

LINK: Spielzeiteröffnung 2014/15 in der Freien Szene

Noch hat die neue Spielzeit nicht überall begonnen. Während beispielsweise im Theaterdiscounter und Ballhaus Ost schon seit Anfang September der Betrieb auf Hochtouren läuft, lässt sich das HAU bis zum 1. Oktober Zeit. Wir melden uns irgendwo dazwischen zu Wort, voller Vorfreude und mit dem Verdacht, dass fast überall versucht wird, die Produktivität zu steigern. Jedenfalls stehen noch für Ende September eine Menge spannende Premieren ins Haus.

Seit Donnerstag, dem 18. September laufen in der Vierten Welt gleich zwei Stücke pro Abend: Zusammengefasst unter dem Titel „Fortschritt Karibik“ beschäftigen sich die Performances #progress#karibik und Cantina section four mit (neo-)kolonialer Geschichte in Haiti, entlarven die Ressentiments enttäuschter Entwicklungshelfer und unternehmen den Versuch einer postkolonialen Geisteraustreibung.

Um (deutsche) Kolonialgeschichte geht es auch bei Performing Back Weiterlesen