Kekse, Tee und Rüschen: „Bunbury“ im Stadtbad Steglitz

Jack und Algernon, zwei Lebemänner in weißen Rüschen, sitzen vor einem Gemälde, das einen Aristokraten mit seinen Hunden bei der Jagd zeigt, und streiten um Butterschnittchen. Ein Butler tritt ein, erwischt die beiden bei Tanz und Po- Gewackel, geht wieder raus, um noch mal anzuklopfen, die Hacken zusammen zu schlagen und zu kreischen, dass Lady Bracknell und ihre Tochter Miss Fairfax zu Besuch kommen. Im nächsten Moment sieht man Jack und Algernon dabei, wie sie die Frauen umgarnen, sich dabei gegenseitig die Stühle wegnehmen und sich zuschielen. Lady Bracknell verlangt herrisch nach Gurkenschnittchen, der Butler, der per Zeichensprache signalisiert bekommt zu sagen, Gurken habe es nicht gegeben, denkt, es ginge um Bananen, Miss Fairfax, mit Vornamen Gwendolen, füßelt mit Johns Strumpfhalter, was John in erregten Zustand versetzt.

„Bunbury“, die erfolgreiche Komödie von Oscar Wilde, bietet alles, was es zum theatralen Anachronismus braucht: Liebe, Lügen, Verwechslungen, happy end. Weiterlesen