PAF – Teil II: The Weekend

Nach dem Tag Pause, der zumindest alle Teilnehmenden/Feiernden eher noch erschöpfter zurück lassen wird als vorher, fängt Freitag der Hauptteil des PAF-Programms an und damit auch der Kampf gegen die Überfülle an Programmpunkten. Gerne assistieren wir von UnruheimOberrang euch bei eurem Weg durch den Festivaldschungel und präsentieren euch eine Auswahl an Stücken und Events.

Voilà:

Mit Ecole Flaneur, einer Walking Performance im öffentlichen Raum, werden wir eingeladen mit unserem ganz persönlichen Flaneur durch Berlin zu streifen (mehrfach Freitag und Samstag beim EDEN*****). Allons-y les enfants!

Ebenfalls draußen wird sich gestritten: in I am reality (die elektroschuhe) dürfen die Zuschauer_innen einem streitenden Pärchen vor dem Baumarkt zusehen; eine Wohltat für alle Singles, die sich im IKEA schon einmal nur mit Zimtrollen über ihre Einsamkeitsgefühle hinwegtrösten konnten.

Site specific wird’s in einer Wohnung im Prenzlauer Berg, in der um 16,18 und 21 Uhr (und nochmals Samstag um 16 und 18 Uhr, 21 Uhr Englisch, Sonntag 3x Englisch) Einblick gewährt wird in das Innenleben von Max Howitz, unter dem Titel: ALL TAG.

In Herakliden.Net können wir einen Vorgeschmack bekommen auf die digitale Zukunft 5.0 oder so, in der sich Computerspiel und Realität vermischen. LAN Party goes PAF! (Fast das ganze Wochenende über in der Willner-Brauerei-Berlin).

In dem von uns vorgestellten Greenhouse gibt’s zu jeder vollen Stunde ab 20 Uhr Hauen und Stechen von LWOWSKI•KRONFOTH•MUSIKTHEATERKOLLEKTIV. Wie so oft versucht das Kollektiv den Raum ihrer Aufführung miteinzubeziehen, was gerade bei dieser Location verspricht spannend zu werden.

Schlager als Chance: In meiner Bluse platzt die Primel von Verena Unbehaun und Stefan Hillebrand, zu sehen im Theaterdiscounter um 22 Uhr (Sonntags nochmal um 19 Uhr), sollte allein schon wegen des Untertitels „Minimalistisches Bürokonzert“ besucht werden.

Außerdem könnt ihr euch im ehemaligen Stummfilmkino Delphi davon überzeugen, dass auch die Oper in Berlins Freie Szene Einzug erhält und erhalten sollte. Die Berlin Opera Group führt Le nozze die Figaro auf, ein klassisches BäumchenWechselDich – Liebes Drama, mit tollem Gesang und in wunderschönen Räumlichkeiten, die für Live-Musik und -Gesang gebaut wurden.

Wem es eher nach gemütlich und weniger Drama ist, darf sich raus nach Friedrichshagen wagen, wo in den Lake Studios die workinprogress der derzeitigen artists in residency vorgestellt werden (Unfinished Fridays Performance Evening) Und wo lässt sich das allabendliche Gewitter schon besser verfolgen als direkt am See?

Also, genießt den ersten Wochenend-Festivaltag und macht euch bereit für ein dreitägiges Performancegewitter!

Wilmersdorf! Und Kreuzberg, Neukölln, Mitte, Prenzlauer Berg und Schöneweide! Unsere Mai-VORSCHAU zeichnet ein Berliner Theater-Streckennetz.

Der Mai ist für die deutschsprachige Theaterlandschaft, was der Dezember für die Dienstleistenden der Weihnachtsmarktbranche ist: Man trifft sich, man misst sich, man tauscht sich aus. Dies geschieht vor allem im tiefen Westen der Stadt, beim Theatertreffen der Berliner Festspiele. Unser Autor Janis El-Bira berichtet als rasender Reporter des Theatertreffen-Blogs übrigens live über die Geschehnisse desselben.

Abgesehen von diesem Tête-à-Tête der Großen – oder der vermeintlich Großen – des Theaters haben wir einige Produktionen aufgetan, die es attraktiv machen, diesen Monat nicht dauernd in die U-Bahn zur Spichernstraße, zum Haus der Berliner Festspiele, zu steigen, sondern eben auch mal in die U8, die U2, die U6 oder die U7.  Weiterlesen

‚I’m so happy to be in this art project!‘ – „Staging Cambodia“ im HAU

Wir befinden uns am Donnerstagabend im Saal des HAU 1 und warten auf die Uraufführung eines dreistündigen Doppelabends, der sich aus dem Videoprojekt Portrait Series Battambang und dem anschließenden Konzert einer Rockband zusammensetzt, beides in Szene gesetzt von Michael Laub, einem mir bis dato unbekannten Performancekünstler.
Wir befinden uns am Beginn eines Themenschwerpunktes mit dem Titel Staging Cambodia. Video, Memory & Rock’n’Roll, den das HAU am vergangenen Wochenende ausrichtete. Neben einem zeitgenössischen Porträt Kambodschas, ein Land, das hierzulande laut Programmhefttext vor allem mit den Gräueltaten der Diktatur der Roten Khmer 1975-78 assoziiert werde, sollten mit Staging Cambodia Stränge der politischen wie kulturellen Geschichte Kambodschas nachvollzogen und die Bedeutung der Popkultur in Vergangenheit und Gegenwart ausgelotet werden. Weiterlesen