„AfD-Ficken“: Die Performance von Knife Knightbusch & Lores versteigert im Acker Stadt Palast einen rechten Redner zum Frustabbau ans Publikum.

Kopulation als Konfliktlösung – so wie die Bonobo-Affen soziale Spannungen im Sex entladen, möchten Knife Knightbusch & Lores dem Publikum einen AfD-Redner zum eigenen Frustabbau in einer öffentlichen Auktion anbieten. Die Performance „AfD-Ficken“ eröffnet damit die Reihe behaupten.wagen, die Diskurse zur aktuellen Politik anzetteln will. Auch durch provokante Inszenierungen: Denn wer den Zuschlag erhält, darf auf der Bühne mit dem AfDler alles anstellen; Startgebot: 10 Euro. Ist das Ernst gemeint? Wird überhaupt jemand mitbieten? Und was wird dem Schauspieler am Ende angetan?

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Hätte, hätte, Fahrradkette – Racines „Bérénice“ im Ackerstadtpalast

Titus, Kaiser von Rom, liebt Bérénice, die Königin von Palästina. Doch der Liebe steht die römische Staatsräson entgegen. Eine Fremde auf dem Thron des römischen Reiches? Unvorstellbar! Auch der Dritte im Bunde, Antiochus, bester Freund des Titus sowie engster Vertrauter und stiller Liebhaber der Bérénice zerbricht an den ganz großen Konflikten Macht, Liebe und Gesellschaft. Das studentische Theaterkollektiv *metafaust nimmt sich im Ackerstadtpalast des französischen Klassikers Bérénice an und schafft es dabei, Jean Racines Metaphysik der Entscheidungsfindung zu untersuchen. Und Racine, der „Goethe Frankreichs“? Der wird gleich zu Beginn neben die Bühne gestellt. Weiterlesen

Artaud erinnert sich und träumt schlecht: „artaud.research“ / INVASOR im Ackerstadtpalast

Hier ist die Basis. Wer den Hinterhof des im vorvergangenen Jahr gerade noch glücklich vor der Räumung geretteten „Schokoladen“ in der Ackerstraße betritt und Kurs auf eine Baracke mit dem Schild „Ackerstadtpalast“ nimmt, ahnt, dass hier vieles ganz weit weg ist: Die rotgepolsterte Theaterabendwärme der Berliner Renommeebetriebe sowieso, aber allemal auch manch großzügig subventionsbedachte Eisbergspitze der freien Szene, deren durchgestylte Höchstprofessionalität sich hinter kaum einer Stadttheaterbühne verstecken müsste. „Ist ja wie nach der Wende“, murmelt denn auch verlässlich (und hörbar begeistert) jemand beim Blick auf den sagenhaft zugemüllten Hof, der im Schein rotgelber Lichterketten daliegt wie ein müder Ausflugsdampfer aus dem ideologischen Vorgestern. Weiterlesen