White Noise und die Überreizung des Publikums – „Quantified Me 3D. Die Instrumentalisierung meines Schuldgefühls“ im Ballhaus Ost

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Die Inszenierung „Quantified Me 3D“ von virtuellestheater berlin im Ballhaus Ost nimmt sich das Phänomen der Quantified-Self Bewegung zum Thema. Quantified-Self ist ein Phänomen, dessen Wirkung mittlerweile in den verschiedensten Bereichen unseres Lebens zu spüren ist. Die Quantified-Self Bewegung entstand zuerst als eine kleine Community im Internet, die die Daten ihrer Körper archiviert, teilt und vergleicht. Das Datensammeln über die eigene Person und das eigene Leben wird dabei zum Fetisch und die Daten selbst zum Produkt.

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Don’t be a prisoner of the moment – Zur Eröffnung des letzten Foreign Affairs-Festivals 2016.

 

Das internationale Performing Arts Festival Foreign Affairs der Berliner Festspiele findet dieses Jahr vom 5. Juli bis 17. Juli im Haus der Berliner Festspiele und dem Martin-Gropius Bau statt.
Zum letzten Mal finden sich Künstler und Performer zusammen, um ihre künstlerischen Arbeiten zum diesjährigen Thema „uncertainity“ zu zeigen. Der Martin-Gropius-Bau widmet dem südafrikanischen Künstler William Kentridge eine umfassende Werkschau. An der Schnittstelle von Performance und Ausstellung tummeln sich vielseitige Formate und Events, die auf welche Weise auch immer „uncertain“ sein sollen. Das Thema „Unsicherheit“/ „Uncertainity“, so erklärt der Direktor des Festivals Matthias von Hartz in seiner Eröffnungsansprache, sei von William Kentridge inspiriert und würde weniger einen zeitgenössischen gesellschaftlichen Status quo der Angst ins Zentrum rücken, als vielmehr das Potenzial an Freiheit, das sich in unsicheren Verhältnissen verbirgt. Das Freiheit sich vor allem über Selbstbestimmung herstellt und Sicherheit dafür ein unverzichtbares Gut ist, wird beiseite gelassen. Weiterlesen

Kurzrezension: „Tschechensau“ und „Ungarngesocks“: Dicke Luft im Zuschauerraum – „Der Fall Švejk“ im Ballhaus Ost

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„Der Fall Švejk“ spielt zu Zeiten des Ersten Weltkriegs im Kaiserreich Österreich-Ungarn und verhandelt den Fall des Deserteurs Švejk. Das Manuskript des Schelmenromans von Jaroslav Hašek ist in Tschechien, Polen und Ungarn gut bekannt. Viele Lieder, Operetten und Geschichten besingen die Geschichte des braven Soldaten Švejk. Die Inszenierung unter der Regie von Dušan David Parízek im Ballhaus Ost ist der Auftakt zum diesjährigen Festival Tschechischer Kunst und Kultur „Prag-Berlin“.  Weiterlesen

Rutschen gegen die Angst. andcompany&Co. mit „‚Schland of Confusion“ im HAU

 

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Der sympathische Titel ‚Schland of Confusion war nebst der knackigen Pressemitteilung für das neue Stück von andcompany&Co. Grund für meine Begleitung und mich den Freitagabend im Hebbel am Ufer zu verbringen. Die Vorstellung war ausverkauft und wie zu erwarten drängten sich die Zuschauer dicht an dicht im Foyer des fünften Stocks des HAU3. Nach der dritten Lektüre des Flyers fragte meine Begleitung immer wieder: „Aber in welchem Format?“, „In welchem Format findet das jetzt statt?“, „Wie ist das Format?“. Die Beschreibung des Stücks befasste sich bewusst nicht mit der Kategorisierung des Formats. Werden wir ein Musical, ein Konzert, ein Drama oder eine Performance sehen? Meiner Begleitung machte die Ungewissheit über die Form der Darstellung Angst. Das Nicht-Einordbare macht Angst und genau darum geht es in diesem Stück, das im Deutschland der Achtziger Jahre spielt und, das sei gleich zu Anfang gesagt, irgendwo zwischen Musical, Konzert, Drama und Performance anzusiedeln ist. Weiterlesen