‚I’m so happy to be in this art project!‘ – „Staging Cambodia“ im HAU

Wir befinden uns am Donnerstagabend im Saal des HAU 1 und warten auf die Uraufführung eines dreistündigen Doppelabends, der sich aus dem Videoprojekt Portrait Series Battambang und dem anschließenden Konzert einer Rockband zusammensetzt, beides in Szene gesetzt von Michael Laub, einem mir bis dato unbekannten Performancekünstler.
Wir befinden uns am Beginn eines Themenschwerpunktes mit dem Titel Staging Cambodia. Video, Memory & Rock’n’Roll, den das HAU am vergangenen Wochenende ausrichtete. Neben einem zeitgenössischen Porträt Kambodschas, ein Land, das hierzulande laut Programmhefttext vor allem mit den Gräueltaten der Diktatur der Roten Khmer 1975-78 assoziiert werde, sollten mit Staging Cambodia Stränge der politischen wie kulturellen Geschichte Kambodschas nachvollzogen und die Bedeutung der Popkultur in Vergangenheit und Gegenwart ausgelotet werden. Weiterlesen

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Persönlicher Einsatz: ‚Hieu. Liebe deine Eltern‘ im Ballhaus Ost

Ich stelle mir vor, mein Vorname hätte eine Bedeutung. Ich stelle mir vor, er bedeutet: Dankbarkeit, oder genauer: Dankbarkeit gegenüber den Eltern. Wann immer jemand meinen Namen ausspräche, meine Eltern wären mit angesprochen. Meine Eltern wären dann immer bei mir. So geht es Hoang Duc Hieu, dem Performer eines sehr persönlichen Stückes, das am 5. Dezember in der dritten Etage des Ballhaus Ost Premiere hatte. Seine Eltern wollten ihn eigentlich Binh nennen, das bedeutet auf vietnamesisch Frieden, erklärt Hieu zu Beginn des Stückes. Doch sein Vater habe eingewendet, das Leben von jemandem, der Binh heißt, verlaufe so: Er zeichnet mit dem Finger eine flache horizontale Linie in die Luft. Weiterlesen

Sehen und gesehen werden: „Who’s there“ von Monster Truck in den Sophiensälen

Jedem Theater sein Festival, so scheint es beinahe. Mit „Strange Magic“ klinken sich die Sophiensaele in den Berliner Festival-Herbst ein, und stellen die Frage nach der illusionären Kraft des Theaters. Theater als Zauberkasten, oder als sichtbar gewordenes Technik-Knowhow? Wollen wir das überhaupt so genau wissen? „Strange Magic“ ist als inhaltliche Klammer zu sehen für Performances verschiedener Façon, einen hermetischen Garten sowie eine Magic Lounge inklusive.

Mit der Performance „Who’s there“ bildet das in Gießen gegründete Kollektiv Monster Truck den sehenswerten Ausklang des Festivals. Auf raffinierte Weise werden darin die Karten zwischen beobachten und beobachtet werden neu gemischt. Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten – es ist magic. Und strange.

Das Festival „Strange Magic“ läuft noch bis zum 27. November.
Achtung: „Who’s there“ hat gestaffelten Einlass zwischen 18 und 22 Uhr. Vorherige Anmeldung empfiehlt sich.