VORSCHAU: September – Der heiße Herbst.

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Die Sommerpause fiel gerade noch ins Wasser und schon wird der einberufene Herbst nochmal richtig heiß. Es steigen nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Stimmung: der September wird mit dem OFF-Kultur Festival radikal eingeleitet.

OFF-Kultur hat sich klamm heimlich als eine radikale Alternative und Antwort auf das vom medienboard Berlin geförderte Pop-Kultur Festival gegründet. In der DIY-Methode will sich das OFF-Kultur nicht am Raubbau des Neuköllner Kiezlebens beteiligen. Das Pop-Kultur wirbt mit internationalen Künstlern und Musikern im angesagten Bezirk. Neuköllner Musiker und Künstler sucht man vergeblich. Während das massive Kiefer-Ticketbüro des Pop-Kultur Festivals vor der Sparkasse in Neukölln mit saftigen Preisen Wege versperrt, wird das OFF-Kultur vom letzten Augusttag bis zum 2. September verschiedene klassische Neuköllner Bars wie das Ficken 3000, die Zauber Insel und Finale Sport bespielen. Viel Musik, Performances und Talks aus Neukölln für Neukölln. Ein Wermutstropfen bleibt: Wann wird es ein Neuköllner „Kultur“-Festival geben, dass nicht nur die einkommensstarken Kulturinteressierten oder die ravenden, kreativen Nachtgestalten anspricht? Neukölln ist bunter.

Mehr Abwechslung kann man sich bei „Outbox me“ abholen. Das Fusion Dance-Battle findet am 9.September zum siebten Mal in der Friedrichshainer Alten Feuerwache statt. Wer Tanz ganz ursprünglich erleben will, sieht bei Outbox me alle Stile und Formen miteinander verschmelzen. Und natürlich ist das Battle offen für jeden, der sich in den Ring traut. Aber Vorsicht: Der Ring ist heiß! Und die Stimmung auch. Seit der ersten Ausgabe bin ich Fan und danke Nasrin für diese großartige Veranstaltung. Noch mehr Tanz gibt es in einem ganz anderen Format im HAU 3 am 3.September von Jaamil Olawale Kosoko im Rahmen des Tanz im August.  #negrophobia nimmt Jaamils ganz persönliche Geschichte zum Anlass um über die Identität afroamerikanischer Männer nachzudenken und auszuloten in wieweit unsere Körper selbst an der Konstruktion von Rassismen teilhaben. Im Social Muscle Club kann man seine Muskeln und Körper für den radikalen Dialog trainieren. Neuländish lädt auch in diesem Monat – am 16. September – zu einem öffentlichen LAB, um laut zu überlegen und zu experimentieren wie man mit Hilfe von Performance miteinander in Kontakt treten kann.

Am 7.September eröffnet dann das HOTEL Berlin als Schlafportal im Ballhaus Ost seine Türen. Auch dort wird experimentiert. Diesmal wird das Theater zur Airbnb-Unterkunft. Im besten Gentrification-Diskurs bietet das Theater sein Haus und sein kreatives Potenzial zur Miete an. Man wird zur Übernachtung eingeladen und trifft auf andere Kiez-Trophäen, die von ihrer Wohnungssuche erzählen. Wie und ob solch ein Experiment wirkungsvolles Handeln schult, kann jeder nach dem Check-In 19:30 Uhr selbst beurteilen. Am 13.September dreht sich alles um den Späti. Die Späti-Biennale am Mariannenplatz verwandelt den kiezigen Allzweckladen in das, was er eigentlich ist: Begegnungsstätte verschiedener Leben. Ob schnell aus der Dusche gesprungen und mit nassen Haaren ein Shampoo kaufend, mit dreckigen Händen die Pfandflaschen abgebend, das Zehn-Cent-Wassereis klauend oder die BZ lesend – im Späti treffen ganz unterschiedliche Leben aufeinander. Die Späti-Biennale singt mit Lesungen, Hörspielen und Konzerten eine Ode auf diesen Schwellenort der Menschlichkeit.

Genießt den heißen Herbst und bleibt wach!

 

Für alle Compañeras:

 

Eure Unruhigen.

 

Text: Julia Büki

 

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