VORSCHAU August: #immernochkeinsommerloch

 

Das Gute am Sommer, wenn kein Sommer ist: Es gibt ganz neue Optionen! An die Stelle von See, Federball und Sonnenbrand rücken in diesen kaltnassen „Sommer“-Tagen: endlich mal den Péter Nádas lesen (indoors!), Toni Erdmann im Neuen Off schauen, mit Googles Algorithmus DeepDream rumexperimentieren (siehe Foto), Angela Merkel und Christoph Schlingensief in Der heiße Stuhl von 1992 anschauen und – die Bühnen dieser Stadt!

Voilà. Unser August-Menü:

Am 3. und 4.8. zeigen Nico and the Navigators im Heimathafen ihre Silent Songs Werkstatt. Entstanden ist dieser Liederabend im Rahmen eines vierwöchigen Werkstattprojekts, in dem junge Sänger_innen klassisches Liedgut und Opern-Arien im Hier und Jetzt erforschten. Silent Songs Werkstatt bildet den Ausgangspunkt für die nächste große Navigator-Produktion Silent Songs into the wild, die 2017 in Brüssel uraufgeführt und auch in Berlin zu sehen sein wird.

Das Festival Tanz im August (12.8. – 4.9.) zeigt in diesem Jahr 26 verschiedene Produktionen. Neben Größen wie Meg Stuart, dem Cullberg Ballet und Emanuel Gat hat die Kuratorin Virve Sutinen einige Künstler_innen eingeladen, die noch nie in Berlin zu sehen waren. Wir haben eine Selektion zusammengestellt:

Dana Michel zeigt ihr Stück Mercurial George. Sie selbst bezeichnet ihre Arbeit als „performative Alchemie und postkulturelle Bricolage“ und bedient sich dafür bei anderen Kunstformen wie Film, bildender Kunst, Sport und Hip Hop. Bevor die Kanadierin ihre Liebe zur Bühne entdeckte, war sie übrigens leitende Marketing-Angestellte und Profi-Sportlerin. In Discotropic verfremdet niv Acosta Bewegungen des Twerkens – und thematisiert damit die rassistische Darstellung weiblicher schwarzer Körper in den Medien. Honji Wang und Sébastian Ramirez mischen in ihren Choreografien Hip Hop, Ballett und Martial Arts – die Tänzer_innen bewegen sich in EVERYNESS scheinbar schwerelos auf der Bühne. Die Gansta Boheme der 1980er Jahre lassen Kyle Abraham / Abraham.In.Motion in ihrem Stück Pavement wieder aufleben. Der urbane Lifestyle zeigt sich auch in den Kostümen der Tänzer. Unterlegt ist das Stück mit einem Soundtrack aus barocker Oper, zeitgenössischer Musik und R&B. Wer einmal ganz nah an den australischen Hip Hop Künstler Nick Power und seine Tänzer heran möchte, sollte sich Cypher ansehen. Das Publikum steht im Kreis um die B-Boys und erlebt aus nächster Nähe das ritualisierte Tanzbattle.

Übrigens sucht das belgische Kolletiv Peeping Tom noch Performer_innen für ihre Arbeit 32 rue Vandenbranden. Mehr Infos gibt’s hier.

Am 19.8. bieten die Uferstudios mit der Reihe Neuländish ein LAB zur Erforschung von Partizipation, künstlerischer Reibung und Risiko an. Allzu viel wird noch nicht verraten, aber auf die gerade begonnene Forschung mit monatlichen Veranstaltungen soll im Sommer 2017 eine große Neumodish-Messe folgen. Eintritt frei! Die Reihe wird gemacht von Social Muscle Club – einem Kollektiv, das partizipative Events entwickelt und Kunst und Performance als Vehikel für neue Kontakte und Dialoge versteht.

Und hier zum Schluss noch ein Song zum Nachtanzen. Tanz im August.

Einen schönen Monat –

Eure Unruhe

 

Foto: Still aus dem Video „Pouff – Grocery Trip“, URL: https://www.youtube.com/watch?v=DgPaCWJL7XI (3.8.16)

Text: Elena Liebenstein feat. Viola Bonfert

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s