VORSCHAU: Das fragt der Mai!

Wie Glück im Spiel und in der Liebe aussehen kann, ob das Jagen nach Freiheit und das Verweigern des Fortschritts eine Maxime sein sollten, wie komplexe Machtstrukturen entlarvt werden können, wie die Medienwelt manipuliert und was es allgemein für Alternativen gibt, erfahrt ihr im Theater-Mai.

Auf die Plätze, fertig, los! Acht Stücke, die uns aufgefallen sind:

Mit „AFD-Ficken*“ eröffnen Knife Knightbusch & Lores die neue Reihe „behaupten.wagen – Ein dilettantischer Blick in die Welt“ im Acker Stadt Palast. Entlang der Leitlinien dieser neuen Reihe, sich an aktuellen/politischen Themen zu orientieren und hierbei Diskurse anzuschieben, haben sich Knife Knightbusch & Lores die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen zum Anlass gemacht, um mit ihrer Performance gegen die Unzufriedenheit in diesem Land vorzugehen und eine echte Alternative zum Frustabbau zu liefern. Wie und ob sie das schaffen, könnt ihr am 04. Mai erleben. Verraten wird bisher nur so viel: AFD*-Leute werden zum Sex gegen Bezahlung angeboten.

*Alternative für Dich!

 

 

„Eine Folge pro Tag“, lautet der Deal, auf den sich die stereotype „Unterschichtenfamilie“ Paulsen eingelassen hat. Girl to Guerilla schildern in ihrer begehbaren Installation „Die Paulsens II“ die Gratwanderung einer Familie: Zwischen Anerkennung sowie finanzielle Sicherheit durch die Medienwelt und dem Bild einer deutschen „Assi-Familie“, das wiederum medial erzeugt wird. Ab dem 11.05. kann das Publikum im Theater im Kino als Teil der Performance und der abendlichen Sitcom-Aufnahmen dabei sein.

 

Kurz und knapp: am 12.05. bringt Kieran Joel aus dem 3.Studienjahr Regie der HfS Schillers Drama „Don Karlos“ auf die Bühne des bat.

 

Wir bleiben bei den Klassikern und halten einen Besuch des YAS Jungen Schlosspark Theaters am 15.05. für lohnenswert. Stefan Kleinert inszeniert mit Schüler_innen, Studierenden und Auszubildenden die Komödie „Die Vögel“ von Aristophanes. Gibt es etwas Schöneres als das Leben frei zu genießen? Ohne Terror, Flüchtlingsdebatten und Grenzziehungen? – Das denken sich auch zwei Bürger, die sich in die Welt der Vögel flüchten wollen. Unbeschwert zwischen Himmel und Erde. Doch anders als bei Aristophanes lässt Stefan Kleinert die Vision scheitern.

 

Wie sehen Paarbeziehungen im Alter aus? Was passiert mit dem Bedürfnis nach Sexualität? Entgegen konservativer Bilder und gesellschaftlicher Tabuisierung rückt Rosa von Praunheim in „Nacktbadestrand“ die Sexualität der 79-jährigen Elfriede Vavrik in den Fokus. Die Geschichte einer Frau, die ihrer Einsamkeit im Alter den Rücken kehrt und auf nichts mehr verzichten möchte. Zu sehen ab dem 19.05. im Heimathafen Neukölln.

 

Weiter geht es am 20.05. mit der neuen Produktion des Obdachlosentheaters RATTEN07 Gegen den Fortschritt“. Im schicken Ambulatorium präsentiert euch die Gruppe den letzten Teil aus der Trilogie von Esteve Soler. Nach „Gegen die Liebe“ und „Gegen die Demokratie“ wird nun in sieben Szenen ein Stoppschild vor den Fortschritt geschoben und vielleicht sogar alles auf Anfang gesetzt. Angekündigt als „frei von jeglichen Werten und jeder Moral.“

 

 

Vom 23. – 29. Mai findet das Performing Arts Festival an mehr als 40 Spielstätten und Veranstaltungsorten statt und präsentiert Arbeiten und künstlerischen Positionen der Freien Szene.

Herausgepickt haben wir uns „FUX gewinnt 3/3“. Wie der Titel schon vermuten lässt, ging es der Gruppe FUX zwei Monate lang nur um das Gewinnen. Und zwar konkret: um die Suche nach dem Spielglück in den Tiefen von etwa Rubbellosen, Kreuzworträtseln, Malwettbewerben, Quizshows. Welche Preise ergattert wurden, welche Erfolgserlebnisse und Niederschläge hierbei erlebt werden mussten und wie die Drei die Unterteilung von Verlierern und Gewinnern unserer Gesellschaft einschätzen, zeigen sie euch am 29.05. im Theaterdiscounter. Einzige Hilfsmittel: na klar – die Gewinne!

 

Am 29.05. ist zudem „Water Games“ im Theater im Aufbau Haus zu sehen. Eine Adaption des simbabwischen Autors Christopher Mlalazi von Henrik Ibsens „Ein Volksfeind“. In seiner fünften Produktion in Afrika inszeniert Jens Vilela Neumann den Kampf eines Arztes gegen die Probleme mit nutzbarem Trinkwasser in Harare und somit gegen die Rücksichtslosigkeit der Regierung vor Ort. Die neue Textfassung spiegelt so die politische und soziale Situation in Harare wieder, die durch die Unterdrückung von Meinungsfreiheit und fraglichen Machtstrukturen gekennzeichnet ist.

 

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