VORSCHAU: 7x Theater im April

Um euch Verwirrungen zu ersparen, starten wir den Theater-April erst am 2.!
Dafür thematisch ganz unverblümt und mit der Bauernregel im Hinterkopf: „Ist der April schön und rein, wird der Mai um so wilder sein.“

Also hier sieben Empfehlungen von uns:

Wer zwischen Schule bzw. Studium, Job/Lohnarbeit, Familie und sonstigen terminlichen Verpflichtungen keine Zeit mehr für die schönen Dinge des Lebens findet, sollte zumindest am 2.4. innehalten, den „so schnell wie möglich“-Vorsatz vergessen, Multitasking aus dem Vokabular streichen und die Regelstudienzeit zu einer Schnapsidee erklären. „Denn was bleibt noch von uns übrig, wenn wir keine Zeit mehr haben?“, fragen Die Mondschweine in ihrem zweiten Stück „Sandglastreiben“. Zu erwarten ist eine experimentierende Collage mit szenischen, choreografischen und musikalischen Elementen. Zu sehen im ORWO-Haus Marzahn – wo sonst.

Als kleiner Tipp für alle, die nicht so weit anreisen möchten: ab dem 8.4. performt das Duo im Theaterhaus Berlin Mitte!

 

Weiter führt der April in die Vaganten Bühne bzw. ins Savoy Hotel Berlin. Wer es schafft ein Ticket zu ergattern, gehört zu den Glücklichen, die ab dem 10.4. „Menschen im Hotel“ besuchen dürfen. In einer kleinen Tour durch das Hotel wird das Publikum zu Komplizen, Gesprächspartnern, heimlichen Beobachtern und Geschäftskollegen der Figuren. Joanna Praml hat hierfür den gleichnamigen Roman von Vicki Baum auseinandergenommen und sich intensiv mit den verschiedensten Persönlichkeiten befasst, die im Nicht-Ort Hotel mit all ihren Eigenarten und Lebenskrisen aufeinandertreffen. Jene warten hinter verschlossener Tür auf euren Besuch!

 

Am 11.4. feiert das Gefangenenensemble von aufBruch in der JSA Berlin mit „Odysseus lebt“ Premiere. Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Rolle des Vaters, die oft als verklärte Heldenfigur in Erscheinung tritt. So auch bei Telemach, dem Sohn von Odysseus. Er erfindet seinen persönlichen Helden-Vater, um sich selbst und seinen Schulkollegen dessen Abwesenheit zu erklären. Worauf diese Idealisierung zurückführt und was wirklich einen guten Vater ausmacht, diskutieren die Mitspieler im Stück von Raoul Biltgen.

Aufgepasst: Karten gibt es erst ab 16 Jahren und nur mit persönlicher Anmeldung mindestens 5 Tage vor der Vorstellung!
Für die Musiktanztheater-Begeisterten unter euch lohnt sich der direkte Weg in den Ackerstadtpalast. Mit „The time left“ thematisiert Clara Calero den Menschen als Rädchen im Getriebe und kritisiert unsere Kultur der Leistung und ihren Effekt auf unser Leben. Wer sich schon immer mal über unser Wirtschaftssystem auslassen wollte, ist hier also bestens aufgehoben. Wer sich schon immer mal sehr über unser Wirtschaftssystem auslassen wollte: Lieber die Premiere am 15. überspringen und am 16. vorbeischauen, da gibt’s ein Publikumsgespräch im Anschluss.

 

Gehört ihr zu denjenigen, die ihre Handykameras überklebt und die das Phänomen Facebook nie verstanden haben? In „Privacy“ werden eure Bedenken Bestätigung finden. Am 20.4. zeigen euch De Warme Winkel & Wunderbaum im Hau, wie es mittlerweile um unsere Privatsphäre bestellt ist. Das Paar inszeniert öffentlich das Private und konfrontiert so sein Publikum mit Schamgefühlen und bringt ihm gleichzeitig den Reiz und die Nützlichkeit des Geheimen und Maskierten näher.

 

Am 26.4. geht die Premierenreihe im Ballhaus Ost weiter. Im Rahmen des Festivals tschechischer Kunst und Kultur „Prag-Berlin“ präsentiert Dušan David Pařízek mit einem internationalen Ensemble „Kauza Schwejk/Der Fall Švejk“. Ein Stück über die Geschichte des Soldaten Schwejk und über die Suche nach Erklärungen und Begründungen für einen Krieg, den niemand wollte. Basierend auf dem Jahrhundertroman von Jaroslav Hašek.

 

Am Ende des Monats (27.4. Premiere) sind die Berliner_innen eingeladen, über den Tellerrand der geliebten Stadt zu blicken, und zwar in das südlichste Niedersachsen! Denn was man oft nicht bedenkt: Während es hier immer voller wird, schrumpft die Bevölkerungsdichte auf dem Lande vor sich hin. Mit dieser eher roten als rosigen Zukunft hat sich das Junge Theater Göttingen in „Odyssee im Leerraum“ beschäftigt. Im Theaterdiscounter laden sie uns auf eine Irrfahrt durch die Schlaf- und Seelendörfer ein und präsentieren uns O-Töne, Zahlen, Fakten und Gegenstrategien aus ihrer umfassenden Recherche.

 

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