VORSCHAU: Das bringt der März!

Der Frühlingsanfang naht, so heißt es. Zu spüren ist davon momentan eher wenig. Für alle, die durch das Grau in Grau schon ganz träge geworden sind: ab ins Theater!
Der März bietet jede Menge Denkanstöße, Beteiligung, ja nahezu revolutionären Input!


– Gleich heute oder morgen solltet ihr euch auf den Weg in den Acker Stadt Palast machen. Dort performt das Duo Christians Schwenk J.U.D.I.T.H., für das die beiden 2015 den Jurypreis des 100°-Berlin-Festivals abgestaubt haben. In ihrer Mischung aus Tanz, Theater, Performance lassen Marja Christians und Isabel Schwenk strukturelle Machtverhältnisse hinter sich und entwerfen „verqueerte“ Formen des Begehrens.

– In der Vierten Welt geht es am 4.3. und 5.3. heiß her! Werdet Teil einer Bewegung, lauft gemeinsam mit dem Institut für Widerstand im Postfordismus in eine bessere Welt und steigt aus der jetzigen aus. Das Kollektiv beschäftigt sich anhand von Beispielen aus dem militärischen und historischen Kontext mit dem „Desertieren“ und fragt, wie sich Verweigerung in den gegenwärtigen neoliberalen Akkumulationsregimen aktualisieren lässt. Wer schon immer für Ungehorsamkeit und Widerstand einstehen wollte, ist hier richtig – gemeinsam mit dem Kollektiv werden Strategien entwickelt und Szenarien erprobt.

– Zuschauerbeteiligung ist dieses Wochenende ebenfalls im TAK gefragt. Am 5. und 6.3. könnt ihr in der Uraufführung von „Lebensraum“ zusammen mit Thanasis Triaridis ein Experiment eingehen. Wer ist Opfer, wer ist Täter? Was ist echt, was ist Als-ob? In seiner ersten Aufführung in Deutschland collagiert Triaridis Textformen von Gedicht bis zum Märchen, um so einen persönlichen Beitrag zum deutsch-griechischen Dialog zu leisten.

– Im März ist im Hau viel los! Wer neben dem vielfältigen Festival HEINER MÜLLER Lust auf Film bekommen hat, sollte sich den 8.3. nicht entgehen lassen. Der Dokumentarfilmer Thomas Heise kuratiert mit „Stau – Jetzt geht’s los” (1992) und „Schlacht um Algier” (1966) den Filmabend „Zeitschleifen”. Im Anschluss folgt ein Gespräch zu den Themenfeldern Neofaschismus, Kolonialismus und Islamismus mit Marie-Hélène Gutberlet und Boris Buden.

– Wer in Berlin schon mal auf Wohnungssuche war, weiß: Das macht keinen Spaß! Zu teuer, zu klein, zu weit weg. Hallo Gentrifizierung, willkommen im Immobilienmarkt. Die Gruppe post theater geht dieser Wohnraum-Problematik auf den Grund und zeigt auf, wie es anders sein könnte. In ihrem „House of Hope“ erschaffen sie unter anderem einen Wohnturm, der für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich sein soll. Auch der Grundriss des Gebäudes des Theaterdiscounters wird hierfür unter die Lupe genommen. Die Mischung aus Fakten und Fiktion könnt ihr euch vom 9. bis zum 12.3. ansehen! Außerdem gibt es Tickets zu gewinnen!

– Am 11.3. lohnt sich ein Ausflug in das Theater o.N. im Prenzlauer Berg. Aus acht Interviews des „Visual History Archive“ und des Archivs „Zwangsarbeit 1939-45“ haben Schülerinnen der Ernst-Haeckel-Oberschule eine mediale Theaterperformance entwickelt. Mit „Ansichts-Karten“ öffnen sich die Schüler_innen dem Erlebten der Zeitzeug_innen von damals und beleuchten es aus ihrer Perspektive. Eine generationsübergreifende Stückentwicklung, die durch Performance, Video und Text ihren Ausdruck findet.

– Mit „Liebe“ bringen Daniel Kötter und Hannes Seidel den dritten Teil ihres Musiktheater-Projekts Ökonomie des Handels auf die Bühne der Sophiensaele und gehören damit zum MaerzMusik – Festival für Zeitfragen der Berliner Festspiele. Wer romantische Beziehungsgeschichten erwartet, ist hier allerdings falsch, denn die beiden haben die Liebe als gesellschaftliche Bindekraft gesucht und schließlich am Nordkap gefunden. Ihre Eindrücke haben sie durch experimentelle Dokumentaraufnahmen festgehalten und unterstreichen diese durch eine Performance von Wolfram Sander. Zu sehen vom 16. bis zum 18.3.

– Gegen Ende des Monats (24. – 26.3.) gibt die akademie der autodidakten mit „ONE DAY I WENT TO *IDL“ Einblick in den gleichnamigen Hit „One Day I went to Lidl“. Der Musiker Afrikan Boy beschreibt darin die Situation eines Geflüchteten, der ohne Papiere in England lebt und nicht mal Geld für ein Tiefkühlhähnchen bei Lidl hat. Im Ballhaus Naunynstraße entsteht in Analogie zu diesem Song ein Theater- und Musikprojekt von und mit 13 jungen Refugees und postmigrantischen Jugendlichen, das sie gemeinsam mit Afrikan Boy und den Künstler_innen Theresa Henning und Adrian Figueroa realisiert haben.

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