VORSCHAU: 6 x Februar im Zeichen des Affen?

Es gibt für all die guten Vorsätze an Silvester ja immer noch eine zweite Chance: das chinesische Neujahr. Am 8. Februar hat das Jahr des Feuer-Affen begonnen, das u.a. für unerwartete Veränderungen steht. Als pyromanisch-undomestiziertes Blog erfüllt uns das mit Vorfreude.

In der zweiten Februarhälfte sind uns sechs Inszenierungen aufgefallen, die, eigenwillig, neugierig und selbstbewusst, nach den Qualitäten des Affen klingen.

– „Die Dunkelkammer“ wurde bereits im Dezember uraufgeführt, vom 10. bis 13. kann man im Ballhaus Naunynstraße wieder in sie hinabsteigen. In dem griechisch-deutschen Stück des Regisseurs Kostis Kallivretakis versuchen zwei Kriegsheimkehrer die Maschinerie Krieg zu begreifen. Kriegstraumata des 20. Jahrhunderts verknüpfen sich mit gegenwärtigen Ausnahmezuständen.

– Kein Drama, kein Brecht, keine Moral, aber doch irgendwie die Frage, was ein guter Mensch sein könnte – „Der gute Mensch von Downtown“ im RambaZamba-Theater verspricht zur Premiere am 12. „unalltägliche Abenteuer“. Unter der Regie von Gisela Höhne wird das ganze Ensemble plus Extragäste aufgeboten. Also ab ins kleine sympathische Theater in der Kulturbrauerei.

– Eine griechisch-deutsche Familiengeschichte, die gleichzeitig eine Liebesgeschichte zwischen Ost- West-Berlin ist, inszeniert Ariane Kareev am 19. als szenische Lesung im Aufbau Haus. „Die Legende von Dimi und Ela“, wie das Stück von Sarah Amanda Dulgeris in Anlehnung an die von Paul und Paula heißt, erzählt vom Eingesperrtsein in DDR-Jugendwerkhof, Staat und Knast und von Ausbruchsversuchen über Generationen hinweg. Das gefällt uns so gut, da verlosen wir gleich 2×2 Freikarten: Ihr müsst einfach nur bis Mittwoch, den 17. Februar eine Mail an uns schicken.

– Das neue gegründete Theater X in Moabit kündigt dagegen für den 24. eine ganz bodenständig-berlinische Boulevard-Nr. an. In „Berliner Pflanzen – Berlinli Bitkiler“ leisten alle möglichen Pflanzen von roter Tomate bis grüner Mieterin Widerstand gegen die Gentrifizierung im Kiez. Kein neues Stück, aber vielleicht eine gute Gelegenheit, das Theater X des Jugendtheaterbüros kennenzulernen.

-Das Performance-Kollektiv glanz&krawall plant am 25. im Theaterdiscounter eine Musiktheaterschlacht mit den Ohrwürmern aus Bizets Carmen, die auf Kinderinstrumenten gespielt und zerstört werden. Zwischen den Carmen-Schlagern liefern sich die Schauspielerinnen Anna C. Ortmann und Flora Pulina eine Auseinandersetzung, die gleichzeitig der Konkurrenzkampf von Lustprinzip und Arbeitsdisziplin ist. Der Trailer macht schon mal Lust auf mehr.

-Der amerikanischen Poetin Anais Nin ist im Theater unterm Dach als „Männerspielerin“ am 25. ein Abend gewidmet. Die Inszenierung von Marc Lippuner und Michael F. Stoerzer sucht im Künstlerliebesleben der „Prophetin der sozialen Netzwerke“ nach den Dynamiken von künstlerischer Selbstdarstellung, Selbstverewigung und Profilierung.

Wir wünschen viel Spaß im restlichen Februar!

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