LINK: Spielzeiteröffnung 2014/15 in der Freien Szene

Noch hat die neue Spielzeit nicht überall begonnen. Während beispielsweise im Theaterdiscounter und Ballhaus Ost schon seit Anfang September der Betrieb auf Hochtouren läuft, lässt sich das HAU bis zum 1. Oktober Zeit. Wir melden uns irgendwo dazwischen zu Wort, voller Vorfreude und mit dem Verdacht, dass fast überall versucht wird, die Produktivität zu steigern. Jedenfalls stehen noch für Ende September eine Menge spannende Premieren ins Haus.

Seit Donnerstag, dem 18. September laufen in der Vierten Welt gleich zwei Stücke pro Abend: Zusammengefasst unter dem Titel „Fortschritt Karibik“ beschäftigen sich die Performances #progress#karibik und Cantina section four mit (neo-)kolonialer Geschichte in Haiti, entlarven die Ressentiments enttäuschter Entwicklungshelfer und unternehmen den Versuch einer postkolonialen Geisteraustreibung.

Um (deutsche) Kolonialgeschichte geht es auch bei Performing Back mit Premiere am 19. September in den Sophiensaelen. In der multimedialen Performance reist Simone Dede Ayivi zwischen Togo und Deutschland und ihrer eigenen kolonial geprägten Familiengeschichte hin und her. Die Sophiensaele, die mit Teilnahme an bzw. Veranstaltung von rund 30 Festivals noch vor dem HAU rangieren dürften, laden außerdem ab dem 24. September zum Performance-Festival Männer in Garagen ein. Im Gründergaragenhof in Pankow befragen verschiedenen Performance-Gruppen (Monster Truck, copy&waste, Markus&Markus u.v.a.) Garagen danach, ob sie nur eine Bastion heterosexueller Männlichkeit darstellen oder als Zufluchtsorte für Visionäres und Verbotenenes bisher völlig völlig unterschätzt wurden.

Parallel finden auch im Acud und im Ackerstadtpalast Festivals statt. Das Acud-Kunsthaus in Mitte veranstaltet ab dem 19. September das LOLL-Festival. Drei Performer aus Israel präsentieren übers Wochenende fünf Physical Theatre und Clown-Performances für Kinder und Erwachsene. Und im charmanten Ackerstadtpalast startet am selben Tag die zweite Ausgabe des Ackerfestivals. Jede Ecke und jeder Nebenraum wird von jungen Künstler_innen mit Tanz und Theater beackert, die meisten mit UdK-Background.

Wem das alles zu viel Arbeit ist, der sehe sich zumindest Nach der Arbeit von der Agentur für Anerkennung an. Im Theater unterm Dach versucht die Gruppe ab dem 25. September eine Zukunftsvision der Arbeit nach dem Tod der Arbeit zu entwickeln. Wir freuen uns auf eine Saison, die Abwechslung verheißt. Die Freie Szene macht bei Themenwahl und Inszenierungsaufgebot Druck von unten. Unsere Aufmerksamkeit hat sie.

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